Die Welt aus der Sicht eines Golden Retrievers

Monatsarchiv: Mai 2013

BildSonnigen Tag! Dieser Tage musste ich einen außerplanmäßigen Stopp beim Onkel Doktor einlegen. Ich hatte zu viel vom frischen, nassen Gras gemampft – und bekam Flitze-Kacke! 🙂

Herrchen und ich sind mit dem „Tier-Taxi“ von Opa (also Herrchens Vater) gefahren, weil seine rollende Kiste noch viel schneller ist. Mein Doktor wohnt nämlich ein paar Kilometer von Frankfurt weg, müsst Ihr wissen. Genauer gesagt in Darmstadt-Eberstadt. „Darmstadt“ – Hihi! Kein Wunder, dass er sich so gut mit Flitze-Kacke auskennt 😉

Er heißt Doktor Göbel und ist super nett und sehr gescheit. Wenn ich ihn sehe, mache ich mir vor Freude in die Hose (bzw. auf seinen Parkett-Boden). Nach seinem Spezial-Cocktail, den er mir ins Hinterteil gespritzt hat (hab nix gemerkt!), ging es mir gleich besser. Außerdem hat mir Herrchen ein besonderes Menü serviert: Huhn mit Reis. Leicht verdaulich und schmeckt köstlich!

Ich finde diese Sonderbehandlung richtig, denn Kranke müssen gepflegt und umsorgt werden. Leider habe ich gehört, dass die Zweibeiner ihre Schwachen, Gebrechlichen und Alten oft gar nicht liebevoll behandeln, weil ihnen dafür die Zeit, das Geld oder die Lust fehlt. Wie traurig…

Es gibt auch Zweibeiner, die von Geburt an eine Schwäche haben – die nennt man „behindert“. Komisches Wort. Zwei Freunde von Herrchen, Steffen und Lisa, waren letzten Samstag zu Besuch. Sie gehören zur Behinderteninitiative Allenstein. Eine Gruppe, die schwächeren Zweibeinern hilft, stark und mutig durchs Leben zu gehen. Ich mag Steffen und Lisa und alle Zweibeiner, die so sind wie die beiden. Weil ich verstehen kann, wie sie sich fühlen, wenn sie von anderen ausgelacht oder ausgegrenzt werden. Das ist, wie wenn wir Hundis vor bestimmten Läden sitzen bleiben müssen, weil ein Schild uns den Zutritt verbietet. Warum, frage ich mich? Weil wir „anders“ sind? Schmutz hineinbringen? Sind denn die Zweibeiner, die in die Geschäfte gehen, alle sauber? Vielleicht äußerlich. Aber innen drin?

Ich find`s auch schlimm, dass manchen Zweibeinern, die in rollenden Stühlen sitzen müssen, das Leben so schwer gemacht wird. Es gibt viel zu viele von diesen blöden Treppen in den Häusern und Städten, die nur mit Mühe zu überwinden sind. Oh ja, damit kenne mich ich aus. Weil ich ebenfalls meine Probleme mit Treppen habe. Ich weiß nämlich noch nicht, wie man sie richtig hoch und runterläuft, ohne auf die Nase zu plumpsen. Deshalb muss ich immer am Anfang der Treppe stehen bleiben, damit Herrchen mich auf den Arm nehmen und tragen kann. Er hat aber versprochen, mir in ein paar Wochen das Treppenlaufen beizubringen. Bin gespannt, wie er das anstellen will. Vielleicht legt er auf jede Stufe ein Stück von meiner geliebten Banane – das wäre ein schöner Anreiz für mich 😉

Ich halte Euch auf dem Laufenden. Wir riechen uns!

Eure Gina      

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BildSonnigen Tag! Ich hoffe, Ihr habt oder hattet schöne Pfingsten. Das ist das Fest des Verstehens, wie mir Herrchen verriet. Weil an diesem Tag die Anhänger eines Zweibeiners namens Jesus plötzlich in allen Sprachen der Welt redeten, so dass jeder den Sinn ihrer Worte begreifen konnte.

Ja, es ist wichtig, sich zu verstehen, wenn man miteinander lebt. Das gilt nicht zuletzt für die Partnerschaft mit uns Hundis. Wobei ich den Endruck habe, dass wir die komischen Laute, die die Zweibeiner von sich geben, recht gut und schnell kapieren. Umgekehrt gilt das nicht unbedingt. Unsere Art uns mitzuteilen, nämlich durch Mimik und Gestik, ist für unsere großen und ach so intelligenten Herrchen und Frauchen oft ein Buch mit sieben Siegeln. Liegt vielleicht daran, dass die Körpersprache bei den Zweibeinern verkümmert ist. Sie verlassen sich zu sehr auf das „Bla Bla“, das über ihre Lippen kommt und so oft über ihre wahren Absichten hinweg täuscht. Der Körper aber, lügt nicht. An der Haltung sieht man sofort, ob einer fröhlich ist, traurig oder entspannt.

Im Kontakt mit uns Hundis müssen die Zweibeiner lernen, unsere Körpersprache richtig zu lesen und auch selbst anzuwenden. Sonst kann`s viele Missverständnisse bei unserer Aufzucht und Erziehung geben. Das lustige Apportier-Spiel zum Beispiel, hat mir mein Herrchen dadurch verständlich gemacht, indem er auf dem Teppich hinter einem meiner Stofftiere her krabbelte, es in den Mund nahm und mir bis vor die Pfoten brachte. Danach legte er dasselbe Tier an eine andere Stelle des Teppichs, zeigte mit der Hand darauf und schaute mich erwartungsvoll an. Nach einigen Wiederholungen fiel bei mir der Groschen. Ich imitierte sein Verhalten und brachte ihm das Tierchen vor die Füße. Da hat er sich riesig gefreut!

Seither spielen wir dieses Spiel jeden Tag. Mit dem Unterschied, dass Herrchen mir nicht mehr mit vollem Körpereinsatz zeigen muss, was er von mir möchte. Aber seine Hände benutzt er trotzdem beim Apportier-Spiel. Ich finde, für mein zartes Alter von fünf Monaten kann ich das schon ganz gut. Überzeugt Euch selbst. Hier ist ein kleines Video:

 http://www.youtube.com/watch?v=FCM9m1DAaIk

Und weil`s so schön ist, gibt`s hier noch einen Clip von meiner Lieblingsbeschäftigung: fressen! Das musste mir Herrchen nicht gestenreich erklären. Da haben wir uns auf Anhieb verstanden 🙂

http://www.youtube.com/watch?v=EHqSvAp–VE 

Wir riechen uns!

Eure Gina   


BildSonnigen Tag! Manchmal schaue ich mit meinem Herrchen in der flimmernden Kiste Fußball oder Eishockey. Besonders faszinieren mich dabei die Torhüter. Nein, nicht weil sie mich an Wachhunde erinnern. Sondern weil sie in brenzligen Situationen, wenn es um sie herum ganz hektisch wird, Ruhe, Besonnenheit und Souveränität ausstrahlen müssen. Durch ihr Verhalten, ihre Körpersprache, sagen sie ihren Vorderleuten in der Abwehr: Leute, keine Panik! Ich hab alles im Griff. Wenn der Torhüter dagegen wie ein Nervenbündel herumflattert, überträgt sich seine Unsicherheit auf die ganze Mannschaft. Die Eigenschaften der guten Torleute braucht auch mein Herrchen im Umgang mit mir!

So freue dich, Jüngling, in deiner Jugend und lass dein Herz guter Dinge sein“, so steht es in einem schlauen Buch der Zweibeiner, aus dem mir Herrchen manchmal vorliest. Ich beherzige diesen Ratschlag und freue mich meiner Jugend – auch in Momenten, in denen es meinen Zweibeinern nicht in den Kram passt. Bei Spaziergängen springe ich schon mal wie ein Gummiball an der Leine herum, hüpfe an meinen Begleitern hoch, brumme fröhlich vor mich hin und schnappe wie ein übermütiges Krokodil. Kurz gesagt, ich lasse meinem Spieltrieb freien Lauf. Wenn diese wilden fünf Minuten bei mir ausbrechen, darf Herrchen mich nicht anschnauzen oder versuchen, mich durch scharfe Kommandos ruhig zu stellen. Das heizt mich nur noch mehr auf. Cool bleiben, lautet die Devise. Leise mit mir sprechen, mich sanft streicheln oder ganz einfach ignorieren, bis der „Anfall“ vorbei geht.

Am Tollsten finde ich es natürlich, wenn mein Drang zum Spielen erwidert wird und wir gemeinsam toben. Und das machen wir zum Glück (fast) jeden Morgen! Ich habe Euch ein kleines Video mitgebracht, damit Ihr sehen könnt, wie ich mich mit Herrchen auf dem Boden wälze. Er ist der Typ, der unten liegt! 🙂

Hier geht`s zum Video!

Wir riechen uns!

Eure Gina   


BildSonnigen Tag! Hier seht Ihr mich mit meiner Tante Kimba. Wir verstehen uns mittlerweile echt gut und bei Spaziergängen passt Kimba wie eine Mama auf mich auf, damit ich unterwegs nicht verloren gehe. Ich bin jetzt 18 Wochen alt – das bedeutet, ich bin kein Welpe mehr, sondern ein Junghund! Boah! Junghund! Das klingt schon richtig erwachsen, findet Ihr nicht?

Nun ja, wenn ich ein kleiner Zweibeiner wäre, dann wäre mein derzeitiges Entwicklungsstadium wohl mit einem Schulkind in der ersten Klasse vergleichbar. Dazu passt auch mein Milchzahnlücken-Gebiss prima! Mein neuer Lebensabschnitt vom Welpen zum Junghund hat einige Veränderungen mit sich gebracht. Hier mal das Wesentliche im Überblick:

  • Ich bekomme keine Welpenmilch mehr unter mein Futter gerührt. Stattdessen gibt es körnigen Frischkäse – mhm, lecker! 🙂
  • Herrchen und ich schlafen nicht länger auf der Matratze vor dem Bett, sondern ganz gemütlich im großen Bambusbett, weil ich mich dort inzwischen gut benehme, nicht rumturne, sondern an Herrchens Füßen zusammengerollt schlafe (so kann ich ihn Morgens auch prima wecken, indem ich ihm die Zehen ablecke)
  • meine Spaziergänge am Nachmittag werden länger (ein gutes Stündchen)
  • Herrchen spielt neue Apportierspiele mit mir (Details darüber bei Gelegenheit)

Es gibt auch ein paar Dinge, die ich nicht mehr mache im Gegensatz zu meiner frühen Welpen-Phase:

  • ich springe nicht mehr am Küchentisch hoch, wenn Herrchen mein Futter zubereitet
  • ich sitze brav in der rollenden Kiste namens Auto ohne zu weinen
  • wenn Herrchen mal kurz aus der Wohnung geht, dann weine ich auch nicht mehr, weil ich gelernt habe, dass er immer wieder kommt und mir etwas Schönes mitbringt
  • ich spucke Zeugs, das ich unterwegs aufgesammelt habe, schneller aus, wenn ich das Wort „Aus“ höre
  • ich bin zu 90 Prozent stubenrein (zumindest in Herrchens Höhle)

So hat jede Ära im Leben von Vier- und Zweibeiner ihre ganz besonderen Reize, Tücken und Schönheiten, denke ich. Mit jedem neuen Tag, den man über diese Erde schnuppert, lernt man ein Stückchen mehr über die Welt, sein Rudel und sich selbst. Und jeder Abschnitt ist wichtig und hält seine Freuden parat.

Nehmen wir zum Beispiel Flame, eine Golden Hündin, die mir geschrieben hat und auch von der Redpine Zucht stammt wie ich. Sie ist inzwischen 13 Jahre alt und pflegt immer noch ihre Stofftiersammlung. Ist das nicht cool? Ich hoffe, dass ich auch noch viele, viele Abenteuer erleben darf in meinem Retriever Leben. Ich freue mich schon auf eine Zeit die „Pubertät“ genannt wird. Die soll sehr spannend sein, habe ich gehört. Ob Herrchen davon auch begeistert sein wird? Vielleicht kriege ich dann noch häufiger als heutzutage einen „Ausraster“, wie er das nennt. Was ich in diesen lustigen Momenten treibe und wie Herrchen darauf reagiert, berichte ich beim nächsten Mal.

Wir riechen uns!

Eure Gina