Die Welt aus der Sicht eines Golden Retrievers

Monatsarchiv: Juli 2013

BildSonnige Grüße aus dem Klo! Das ist in diesen heißen Tagen mein neuer Lieblingsplatz geworden. Die Fliesen sind so schön kühl am Bauch und man kann darauf herrlich dösen und schlafen. Ist ja sowieso das Beste, was Menschen und Tiere bei dem Wetter anstellen können: einfach abhängen und nichts tun! Das scheint allerdings vielen Zweibeinern schwer zu fallen. Sie rennen immer hektisch umher und müssen sich mit irgendwas beschäftigen. Selbst in dieser Jahreszeit, zu der sie „Sommerferien“ sagen, hocken sie stundenlang in ihren rollenden oder fliegenden Kisten, um an fremde Orte zu kommen, wo Gymnastik am Swimming-Pool, Mountainbike-Ausflüge oder Besichtigungs-Touren auf sie warten. Es herrscht ständige Amüsier-Alarmbereitschaft – aus Angst, man könnte etwas Spannendes verpassen. Dabei gibt es nichts Schöneres als einfach nur dazuliegen, auf den Klo-Fliesen oder einem erdigen Waldweg, und die (Hunde)Seele baumeln zu lassen.

Eben war es noch Morgen, auf einmal ist es Abend, und nichts Nennenswertes ist vollbracht“, hat mal ein Menschlein namens Henry David Thoreau geschrieben. Er ging für zwei Jahre in die Wälder – um dort gar nicht zu machen. Diese Einstellung gefällt mir. Mein Menschen-Papa sieht das ähnlich und gibt mir des öfteren „Hitzefrei“. Das heißt, unsere Übungsstunden am Vormittag sind deutlich kürzer als sonst. Im Schein der sengenden Sonne kann ich mich nämlich schlecht aufs Apportieren, auf „Sitz“ und „Platz“ und solche Scherze konzentrieren. Wir unternehmen auch keine Gewaltmärsche, sondern schlendern gemütlich durch den schattigen Taunus oder tummeln uns im Planschbecken, das im Garten steht. Mit anderen Worten sind wir nicht so blöd wie der Kerl, der in unserem Ort wohnt und mit seinem zehn Jahre alten Mischlings-Hundi bei 40 Grad Hitze stundenlang übers freie Feld latschte – und sich wunderte, dass der arme Wauwau am Abend einen Kreislaufkollaps bekam!

Wir haben in der vergangenen Woche nur einen großen Ausflug gemacht. An einem Abend fuhren wir zu „Onkel André“. Das ist ein Freund von „Papa“, den er seit der Schule kennt, wo die beiden vermutlich „Sitz“ und „Platz“ zusammen gelernt haben wie ich. Onkel André hat uns freundlich in seinem Haus begrüßt und ich habe mich sehr gefreut. War es doch das erste Mal, dass ich in einer ganz fremden Wohnung herumspazieren und schnüffeln durfte. Besonders interessant fand ich eine Kiste leerer Flaschen in seiner Küche, die vorher mit „Gerstensaft“ gefüllt waren – die rochen echt verlockend. Durfte aber nicht dran lecken. Papa meinte, ich würde sonst „blau“. Vielleicht wär`s aber ganz lustig, wenn ich plötzlich blaues Fell hätte. Wie das Krümelmonster oder ein Schlumpf – Hihi! 🙂

Ja, es gab viel zu lachen bei Onkel André, der auch nicht böse wurde, als ich schnurstracks auf seine Couch gesprungen bin. Papa hat`s trotzdem verboten. Meinte, das dürfe ich nur daheim 😦

Der Onkel ist ein sehr cooler und verständiger Zweibeiner, der weiß, wie man mit einem jungen Hundi wie mir umgehen muss. Wenn wir uns sehen, schenkt er seine Aufmerksamkeit erst einmal mir und nimmt sich Zeit, um mich ausgiebig zu kraulen. Dann ist mein Ego fürs Erste befriedigt und ich habe keinen Grund mehr an ihm hochzuspringen, wie ich es bei Leuten mache, die mich nicht gebührend beachten. Beim Spaziergang in den Feldern, die rund um sein Haus blühen, war der Onkel ebenfalls aufmerksam zu mir und wies mich auf ein flauschiges Wesen hin, das über den Weg hoppelte. Es heißt „Hase“ und ich konnte erstmals so ein Ding aus der Nähe betrachten. Bin aber nicht hinterher gerannt – zu anstrengend bei der Wärme. Lieber habe ich die kleinen Kügelchen gefressen, die das Tierchen aus seinem Hinterteil verloren hatte. Schmeckten lecker! 🙂

Hoffentlich besuchen wir die Hasen und den Onkel André mal wieder. Ob ich dann den Gerstensaft trinken und auf der Couch lümmeln darf? Was meint Ihr? 😉

Ich riech Euch später!

Eure Gina

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BildSonnigen Tag! Meine Tante Kimba hatte kürzlich Geburtstag. Sie ist sieben Jahre alt geworden. Tja, und ich werde dieser Tage auch sieben – sieben Monate! Das ist schon ein Unterschied. Aber nur ein kleiner. Zumindest, was unsere Schulterhöhe angeht. Ich bin nämlich ganz doll gewachsen und fast so groß wie die Tante, mit der ich mich super verstehe. Es sei denn, ich ziehe aus Spaß an ihrem Ohr, wie neulich. Ich fand das lustig – sie aber nicht! Hat mich ganz schön angebrummt! Da bekam ich einen Schreck und versprach, nie wieder ihr Ohr zwischen meine Zähne zu nehmen – mal schauen, wie lange ich mich an diesen Schwur halte 😉

Denn Tante Kimba ist im Allgemeinen sehr großzügig und verzeiht den vielen Blödsinn, den ich mit ihr anstelle. Ich darf mich zum Beispiel an ihr vorbei an den Wassernapf drängeln oder ihr einen Stock abnehmen, den sie gerade kaut. Sie bleibt ruhig und gelassen. Ob ich auch mal so werde oder eine „verrückte Nudel“ bleibe, wie mich mein Menschen-Papa manchmal nennt?

Auf jeden Fall will ich weiter wachsen. Tante Kimba bleibt das große Vorbild. Sie wiegt bestimmt zehn Kilo mehr als ich. 25 Kilo bringe ich mittlerweile auf die Waage, was gar nicht schlecht ist. Ich sehe jetzt langsam aus wie ein richtiger Hund und nicht mehr wie so ein klappriges Mager-Model aus Paris. Und das, obwohl mein Ernährungsplan umgestellt wurde und ich nur noch zweimal am Tag eine große Mahlzeit bekomme. Am Anfang fand ich diese neue Futter-Regelung voll blöd! Doch inzwischen freue ich mich auf das leckere Hundebrot, das ich als Mittags-Snack kriege. Ist ja auch praktischer, wenn ich Mittags nicht pünktlich um 12 Uhr `ne große Portion reinhauen muss wie früher. So können mein Menschen-Papa und ich Ausflüge unternehmen, ohne ständig auf die Uhr sehen oder Futter mitschleppen zu müssen. Demnächst soll es in den Odenwald gehen – bin schon sehr gespannt 🙂

Treppen laufen kann ich übrigens auch schon prima. Rauf und runter. Sehr ordentlich, ohne über die Stufen zu hüpfen. Musste mir der Papa gar nicht beibringen. Konnte ich quasi von selbst, weil ich ein Genie bin 🙂 Glaubt ihr nicht? Mhm … okay, ich geb`s zu: ich hab`s mir bei der Tante abgeguckt.

Dafür kann ich besser apportieren als sie – und darin bin ich nun wirklich ein Naturtalent. Ich reagiere nun auf Handzeichen und lasse mich von Papa oder meiner Nanny „einweisen“. Das heißt, ich renne nicht einfach los und apportiere willkürlich das Spielzeug, das mir gefällt. Nein, sie zeigen mir zu welcher Stellen ich zuerst laufen muss, um genau das „Spieli“ zu holen, das dort liegt. Auch die Namen einiger meiner „Spielis“ kenne ich auswendig und kann sie auf Zuruf holen (zeige ich demnächst mal in `nem Video).

Was ich noch üben muss, ist das freie Laufen ohne Leine, wenn wir auf unseren Spaziergängen im Taunus unterwegs sind. Besser gesagt, ich muss es nicht üben – sondern mein Menschen-Papa. Er muss lernen, seine Nerven zu schonen und mir zu vertrauen, dass ich unterwegs nicht weglaufe. Er ist halt sehr besorgt – wie alle Eltern, denke ich. Egal ob sie Hunde- oder Menschenkinder haben. Und aus Sorge werden schnell mal Verbote ausgesprochen und Freiheiten eingeschränkt. Damit nichts Schlimmes passiert. Verständlich. Doch man kann nunmal nicht alles kontrollieren und im Griff haben. Auch die beste Vorsorge verhindert nicht, dass etwas passiert, wenn es passieren soll. Außerdem behaupten manche Eltern, ihre große Liebe zu den Kindern sei der Grund, warum sie sie so sehr behüten. Als Hund eines Philosophen weiß ich aber, dass Liebe wie eine Rose ist. Sie blüht nicht unter einer Käseglocke. Sie braucht Luft und Licht zur Entfaltung. So werden es die Kinder ihren Eltern mit Liebe danken, denen Freiheit eingeräumt und ein Vorschuss an Vertrauen gegeben wird.

Mein Papa macht Schritte in die richtige Richtung. Ich darf hin und wieder mit „Stützrädern“ laufen – ich bin dann frei, aber ich schleppe eine Leine hinter mir her, die er im Notfall packen kann, falls ich doch ausbüxen sollte. Bald möchte er auch die „Stützräder“ entfernen. Wann „bald“ ist und warum ich neuerdings in der Toilette schlafe, verrate ich beim nächsten Mal!

Ich riech` Euch später!

Eure Gina    


BildSonnigen Tag! Hat etwas gedauert seit dem letzten Eintrag. Mein Menschen-Papa schreibt gerade wieder eines seiner Bücher und hat nicht so viel Zeit, um meine Gedanken zu notieren.

Reden wir heute mal über Krankheiten und Wehwechen. Neulich Morgens beim Fressen passierte es: ich hatte gerade aufgegessen, als der Menschen-Papa eine kleine Blut-Pfütze auf dem Boden sah. Auch meine Nase, meine Schnauze und meine Zunge waren voll damit! Da bekam er einen Riesenschreck und wurde im Gesicht noch heller als mein Fell! Er dachte, ich hätte was Schlimmes. War aber nix. Einer meiner Backenzähne, der mir noch fehlte, war endlich durchs Zahnfleisch gebrochen – während ich darauf kaute. Daher kam das Blut. Kein Grund zur Besorgnis.

Bleiben wir beim Thema Blut. Meine Tante Kimba hat derzeit ein „Blutohr“. Das Ohr fühlt sich ganz prall an und ist auch ein bisschen warm. Eben weil ein Bluterguss drin sitzt. Das kriegt man, wenn man sich am Tisch schüttelt und das Ohr gegen die Kante donnert 😦

Mit Spritzen vom Onkel Doktor schwillt das wieder ab.

Damit die Tante nicht alleine ein „Aua“ hat, habe ich mir ein Leck-Ekzem zugelegt. Eine Mücke stach mich zwischen die Zehen und ich habe so lange an der Einstich-Stelle herumgeknabbert und geleckt, bis das Fell ab war und eine kleine Wunde entstand. Auch kein Drama. Ging mit Bebanthen-Salbe weg.

Tja, und dann bin ich durch den Garten getobt und im Gebüsch an einer Wurzel hängen geblieben. Ich stolperte, quiekte jämmerlich – und humpelte! 😦

Der nächste Schock für den Menschen-Papa. Er dachte schon, mein Pfötchen müsste in Gips, weil ich zunächst gar nicht mehr auftreten wollte. Später ging`s wieder. Trotzdem ab zum Tierarzt, wo Tante Kimba mit ihrem „Blutohr“ sowieso hin musste. Alles halb so wild, meinte der liebe Doktor. Nur leicht verstaucht. Kommt bei uns Junghunden, die herumhüpfen wie Flummis immer mal vor. Brauchte weder eine Spritze, noch einen Verband. Bin an dem Tag nicht mehr so lang spazieren gegangen und auch keine Treppen gelaufen. Am nächsten Morgen war`s schon wieder vergessen (für mich zumindest. Papa meinte, ich würde immer noch humpeln. Aber da hatte er wohl die Brille nicht richtig geputzt).

Man sieht, die Zipperlein kommen – ich werde alt! Immerhin bin ich jetzt schon ein ganzes halbes Jahr alt! Dieser Lebensabschnitt hat wieder einige Veränderungen mit sich gebracht. Was alles anders geworden ist, verrate ich Euch beim nächsten Mal!

Wir riechen uns!

Eure Gina