BildSonnigen Tag! Meine Tante Kimba hatte kürzlich Geburtstag. Sie ist sieben Jahre alt geworden. Tja, und ich werde dieser Tage auch sieben – sieben Monate! Das ist schon ein Unterschied. Aber nur ein kleiner. Zumindest, was unsere Schulterhöhe angeht. Ich bin nämlich ganz doll gewachsen und fast so groß wie die Tante, mit der ich mich super verstehe. Es sei denn, ich ziehe aus Spaß an ihrem Ohr, wie neulich. Ich fand das lustig – sie aber nicht! Hat mich ganz schön angebrummt! Da bekam ich einen Schreck und versprach, nie wieder ihr Ohr zwischen meine Zähne zu nehmen – mal schauen, wie lange ich mich an diesen Schwur halte 😉

Denn Tante Kimba ist im Allgemeinen sehr großzügig und verzeiht den vielen Blödsinn, den ich mit ihr anstelle. Ich darf mich zum Beispiel an ihr vorbei an den Wassernapf drängeln oder ihr einen Stock abnehmen, den sie gerade kaut. Sie bleibt ruhig und gelassen. Ob ich auch mal so werde oder eine „verrückte Nudel“ bleibe, wie mich mein Menschen-Papa manchmal nennt?

Auf jeden Fall will ich weiter wachsen. Tante Kimba bleibt das große Vorbild. Sie wiegt bestimmt zehn Kilo mehr als ich. 25 Kilo bringe ich mittlerweile auf die Waage, was gar nicht schlecht ist. Ich sehe jetzt langsam aus wie ein richtiger Hund und nicht mehr wie so ein klappriges Mager-Model aus Paris. Und das, obwohl mein Ernährungsplan umgestellt wurde und ich nur noch zweimal am Tag eine große Mahlzeit bekomme. Am Anfang fand ich diese neue Futter-Regelung voll blöd! Doch inzwischen freue ich mich auf das leckere Hundebrot, das ich als Mittags-Snack kriege. Ist ja auch praktischer, wenn ich Mittags nicht pünktlich um 12 Uhr `ne große Portion reinhauen muss wie früher. So können mein Menschen-Papa und ich Ausflüge unternehmen, ohne ständig auf die Uhr sehen oder Futter mitschleppen zu müssen. Demnächst soll es in den Odenwald gehen – bin schon sehr gespannt 🙂

Treppen laufen kann ich übrigens auch schon prima. Rauf und runter. Sehr ordentlich, ohne über die Stufen zu hüpfen. Musste mir der Papa gar nicht beibringen. Konnte ich quasi von selbst, weil ich ein Genie bin 🙂 Glaubt ihr nicht? Mhm … okay, ich geb`s zu: ich hab`s mir bei der Tante abgeguckt.

Dafür kann ich besser apportieren als sie – und darin bin ich nun wirklich ein Naturtalent. Ich reagiere nun auf Handzeichen und lasse mich von Papa oder meiner Nanny „einweisen“. Das heißt, ich renne nicht einfach los und apportiere willkürlich das Spielzeug, das mir gefällt. Nein, sie zeigen mir zu welcher Stellen ich zuerst laufen muss, um genau das „Spieli“ zu holen, das dort liegt. Auch die Namen einiger meiner „Spielis“ kenne ich auswendig und kann sie auf Zuruf holen (zeige ich demnächst mal in `nem Video).

Was ich noch üben muss, ist das freie Laufen ohne Leine, wenn wir auf unseren Spaziergängen im Taunus unterwegs sind. Besser gesagt, ich muss es nicht üben – sondern mein Menschen-Papa. Er muss lernen, seine Nerven zu schonen und mir zu vertrauen, dass ich unterwegs nicht weglaufe. Er ist halt sehr besorgt – wie alle Eltern, denke ich. Egal ob sie Hunde- oder Menschenkinder haben. Und aus Sorge werden schnell mal Verbote ausgesprochen und Freiheiten eingeschränkt. Damit nichts Schlimmes passiert. Verständlich. Doch man kann nunmal nicht alles kontrollieren und im Griff haben. Auch die beste Vorsorge verhindert nicht, dass etwas passiert, wenn es passieren soll. Außerdem behaupten manche Eltern, ihre große Liebe zu den Kindern sei der Grund, warum sie sie so sehr behüten. Als Hund eines Philosophen weiß ich aber, dass Liebe wie eine Rose ist. Sie blüht nicht unter einer Käseglocke. Sie braucht Luft und Licht zur Entfaltung. So werden es die Kinder ihren Eltern mit Liebe danken, denen Freiheit eingeräumt und ein Vorschuss an Vertrauen gegeben wird.

Mein Papa macht Schritte in die richtige Richtung. Ich darf hin und wieder mit „Stützrädern“ laufen – ich bin dann frei, aber ich schleppe eine Leine hinter mir her, die er im Notfall packen kann, falls ich doch ausbüxen sollte. Bald möchte er auch die „Stützräder“ entfernen. Wann „bald“ ist und warum ich neuerdings in der Toilette schlafe, verrate ich beim nächsten Mal!

Ich riech` Euch später!

Eure Gina