BildSonnige Grüße aus dem Klo! Das ist in diesen heißen Tagen mein neuer Lieblingsplatz geworden. Die Fliesen sind so schön kühl am Bauch und man kann darauf herrlich dösen und schlafen. Ist ja sowieso das Beste, was Menschen und Tiere bei dem Wetter anstellen können: einfach abhängen und nichts tun! Das scheint allerdings vielen Zweibeinern schwer zu fallen. Sie rennen immer hektisch umher und müssen sich mit irgendwas beschäftigen. Selbst in dieser Jahreszeit, zu der sie „Sommerferien“ sagen, hocken sie stundenlang in ihren rollenden oder fliegenden Kisten, um an fremde Orte zu kommen, wo Gymnastik am Swimming-Pool, Mountainbike-Ausflüge oder Besichtigungs-Touren auf sie warten. Es herrscht ständige Amüsier-Alarmbereitschaft – aus Angst, man könnte etwas Spannendes verpassen. Dabei gibt es nichts Schöneres als einfach nur dazuliegen, auf den Klo-Fliesen oder einem erdigen Waldweg, und die (Hunde)Seele baumeln zu lassen.

Eben war es noch Morgen, auf einmal ist es Abend, und nichts Nennenswertes ist vollbracht“, hat mal ein Menschlein namens Henry David Thoreau geschrieben. Er ging für zwei Jahre in die Wälder – um dort gar nicht zu machen. Diese Einstellung gefällt mir. Mein Menschen-Papa sieht das ähnlich und gibt mir des öfteren „Hitzefrei“. Das heißt, unsere Übungsstunden am Vormittag sind deutlich kürzer als sonst. Im Schein der sengenden Sonne kann ich mich nämlich schlecht aufs Apportieren, auf „Sitz“ und „Platz“ und solche Scherze konzentrieren. Wir unternehmen auch keine Gewaltmärsche, sondern schlendern gemütlich durch den schattigen Taunus oder tummeln uns im Planschbecken, das im Garten steht. Mit anderen Worten sind wir nicht so blöd wie der Kerl, der in unserem Ort wohnt und mit seinem zehn Jahre alten Mischlings-Hundi bei 40 Grad Hitze stundenlang übers freie Feld latschte – und sich wunderte, dass der arme Wauwau am Abend einen Kreislaufkollaps bekam!

Wir haben in der vergangenen Woche nur einen großen Ausflug gemacht. An einem Abend fuhren wir zu „Onkel André“. Das ist ein Freund von „Papa“, den er seit der Schule kennt, wo die beiden vermutlich „Sitz“ und „Platz“ zusammen gelernt haben wie ich. Onkel André hat uns freundlich in seinem Haus begrüßt und ich habe mich sehr gefreut. War es doch das erste Mal, dass ich in einer ganz fremden Wohnung herumspazieren und schnüffeln durfte. Besonders interessant fand ich eine Kiste leerer Flaschen in seiner Küche, die vorher mit „Gerstensaft“ gefüllt waren – die rochen echt verlockend. Durfte aber nicht dran lecken. Papa meinte, ich würde sonst „blau“. Vielleicht wär`s aber ganz lustig, wenn ich plötzlich blaues Fell hätte. Wie das Krümelmonster oder ein Schlumpf – Hihi! 🙂

Ja, es gab viel zu lachen bei Onkel André, der auch nicht böse wurde, als ich schnurstracks auf seine Couch gesprungen bin. Papa hat`s trotzdem verboten. Meinte, das dürfe ich nur daheim 😦

Der Onkel ist ein sehr cooler und verständiger Zweibeiner, der weiß, wie man mit einem jungen Hundi wie mir umgehen muss. Wenn wir uns sehen, schenkt er seine Aufmerksamkeit erst einmal mir und nimmt sich Zeit, um mich ausgiebig zu kraulen. Dann ist mein Ego fürs Erste befriedigt und ich habe keinen Grund mehr an ihm hochzuspringen, wie ich es bei Leuten mache, die mich nicht gebührend beachten. Beim Spaziergang in den Feldern, die rund um sein Haus blühen, war der Onkel ebenfalls aufmerksam zu mir und wies mich auf ein flauschiges Wesen hin, das über den Weg hoppelte. Es heißt „Hase“ und ich konnte erstmals so ein Ding aus der Nähe betrachten. Bin aber nicht hinterher gerannt – zu anstrengend bei der Wärme. Lieber habe ich die kleinen Kügelchen gefressen, die das Tierchen aus seinem Hinterteil verloren hatte. Schmeckten lecker! 🙂

Hoffentlich besuchen wir die Hasen und den Onkel André mal wieder. Ob ich dann den Gerstensaft trinken und auf der Couch lümmeln darf? Was meint Ihr? 😉

Ich riech Euch später!

Eure Gina