BildSonnigen Tag! Mein Menschen-Papa hat sich neulich eine Sendung angesehen, in der ein Komiker namens Robin Williams von seinem Sohn erzählte. Der heißt Zack und ist ein lieber Junge. Es sei denn, er bekommt am Wochenende nicht die Schlüssel für die rollende Kiste – also das Auto – seines Vaters. Dann verwandelt sich Zack in einen tobenden, fluchenden Teufel. Ganz normal für einen Teenager in der Pubertät – ich muss das wissen, weil ich auch mittendrin stecke. 🙂

Wenn ich meinen Willen nicht kriege, verhalte ich mich genau wie der Sohn von diesem Robin Williams. Ich mutiere vom süßen Knuddelbär zum rasenden Tier aus der „Muppet Show“ („Trommeln!“). Dann springe ich an meinem Menschen-Papa hoch wie ein Gummiball und zwicke ihn mit meinen Pfoten und meiner Schnauze. Nicht bösartig, aber penetrant. Ich denke mir, wenn ich schon nicht das machen darf, was er mir gerade verboten hat, soll er mir zum Ausgleich verdammt noch mal Aufmerksamkeit schenken! Und wenn ich ihn zwicke, ist mir die Aufmerksamkeit gewiss! 😉

Ignoriert er mich trotzdem, finde ich das doof und lasse die Springerei nach einer Weile von selbst. Bringt ja nix, merke ich.

Vorher höre ich aber meistens Wörter wie „Nein“, „Stop“, „Schluss“, was ich total lustig finde. Mein Menschlein rafft nicht, dass sein Gelaber auch eine Form der Aufmerksamkeit ist (schließlich spricht er mich ja an) und mir als Motivation fürs Gehüpfe unheimlich gut gefällt! 🙂

Manchmal tue ich auch so, als ob ich schwerhörig wäre. Bei Kommandos wie „Sitz“ oder „Platz“ stelle ich mich hin und wieder taub und teste, ob es ernst gemeint ist und ich das jetzt wirklich machen muss. Ja, ich muss! 😦

Da ist der „Papa“ konsequent. Ist auch besser so bei uns goldigen Retriever-Dickschädeln. Sonst tanze wir unseren Herrchen und Frauchen komplett auf der Nase herum. Ein bisschen Rebellion im Flegelalter ist jedoch ganz okay, denke ich. Dafür haben auch meine Menschen Verständnis. Schließlich zeigt sich erst durch den Widerstand, dass ein Wesen Charakter besitzt und keine ferngesteuerte Maschine ist. Unser Wille und unser Temperament machen uns zu dem, was wir sind. Wichtig ist, dass wir unsere Persönlichkeit im Rahmen des Erlaubten entfalten und nicht über die Strenge schlagen und andere verletzen.

Den Charakter zu formen, ohne den Willen zu brechen, ist eine mitunter schwere, doch lohnende Aufgabe – man nennt sie „Erziehung“, glaube ich.

Ich riech Euch später!

Eure Gina

P.S.: Weil wir Teenager gerne „cool“ sind, nennt mein Menschen-Papa mich ab und zu „G“ (sprich „Dschie“) – klingt nach krassem Rapper. „Hey, Alda – G. is in da House!“