Die Welt aus der Sicht eines Golden Retrievers

Monatsarchiv: September 2013

Gina lustigSonnigen Tag! Wisst Ihr noch, wer ich bin? Ich bin die Gina aus Frankfurt. Genannt „G“ (sprich: Dschi). Habe lange nichts von mir hören lassen, weil der Marc, mein Herrchen, andere Dinge schreiben musste. Bücher und Artikel für die Zeitung und solches Zeug. Außerdem waren wir zwischendurch ein bisschen in der Rhön, um einmal andere Luft zu schnuppern.

Rochen recht würzig, die Wiesen. Nach Mist und Dung. Hab mich ordentlich drin gewälzt. Marc hatte keine Lust, bemerkte aber später das feine Aroma in seiner rollenden Kiste als ich eingestiegen bin.

Unterwegs habe ich festgestellt, wie viele verschiedene Sorten von Hundis es auf der Welt gibt. Zum Beispiel solche braunen Riesen mit Hörnern auf dem Kopf, die „Muuh“ anstatt „Wuff“ machen. Andere haben ganz lange Beine und Mähnen und können ganz schnell galoppieren. Eine dritte Art ist klein, braun und buschig und vergräbt Nüsse im Garten. Ich esse gerne das, was aus ihrem Popo plopst 🙂 Und dann gibt`s noch winzige, schwarze Kerle, kaum größer als mein Nasenloch. Die stinken schön, krabbeln auf dem Boden und kitzeln herrlich an meiner Schnauze, wenn ich sie anschubse. Ich will mit ihnen spielen, aber Marc meint, die könnten das nicht.

Weil es keine Hundis seien, sondern Mistkäfer. Und die anderen, die ich aufgezählt habe, wären auch keine Hundis, sondern Kühe, Pferde und Eichhörnchen. Ich weiß nicht, ob er damit richtig liegt. Aus meiner Perspektive ist jedes Lebewesen, dem ich begegne, ein Hundi. Klar, sie sehen unterschiedlich aus. Manche haben Hörner, Flügel, Schnäbel oder nur zwei Beine wie mein Herrchen. Aber es bleiben für mich Hundis, denen ich neugierig und vorbehaltlos begegne. Die Menschen hingegen, wie Herrchen sich und seinesgleichen nennt, behandeln nicht jedes Lebewesen gleich. Nicht nur, dass sie auf viele Arten herabsehen, die sie jagen, einsperren, quälen und töten. Ja, sie erkennen sich noch nicht einmal untereinander an. Manche Menschen gehen sich aus dem Weg oder kämpfen miteinander, weil sie eine andere Hautfarbe haben, andere Kleidung tragen, aus anderen Büchern lesen oder eine andere Art zu leben bevorzugen. Und wie beschimpfen sich solche blöden Zweibeiner dann gegenseitig? Natürlich mit Tiernamen! Schwein, Ratte, Esel, Rindvieh, Kröte, Wurm – und sogar Hund! Frechheit!

Ich finde, die Menschen sollten vielmehr lernen, was ich schon kann: sich selbst im anderen erkennen. Und wenn mir ein Menschlein einen anderen Namen als „Hundi“ verpassen möchte, dann bitteschön „Krokoru“ oder „Kängudil“. Warum? Weil ich bei Spaziergängen ab und zu an meinem Marc hochspringe wie ein Känguru und schnappe wie ein Krokodil! Alles nur Spiel, natürlich. Ich bin eben noch jung und verwandle mich manchmal in „Gina Wild“, wie Marc sagt. Das ist auch ein Spitzname, mit dem ich leben kann. Obwohl ich nicht weiß, wer diese Dame ist … 😉

Ich riech Euch später!

Eure Gina

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