Gina KorbSonnigen Tag! Am vergangenen Wochenende hatte ich eine kleine Magenverstimmung. Habe wohl zu viel Pfützenwasser geschlabbert oder Gras gefressen, das durch den Regen hübsch vollgesaugt war mit Umweltgiften, die die Zweibeiner ablassen ohne groß darüber nachzudenken. Mir war hundeelend und ich konnte nicht anders, als den Inhalt meines Magens auf dem Teppich meines Herrchens zu verteilen – würg! Danach ging`s mir schon deutlich besser und nach einem Diät-Tag mit leichter Kost (Huhn und Reis) war ich wieder obenauf. Es tut eben gut, wenn man loswerden kann, was einem quer im Magen liegt.

Auskotzen“ sagt man dazu in der vulgären Sprache der Zweibeiner. Und wie ich festgestellt habe, benutzen sie dieses Wort nicht nur zur Beschreibung des körperlichen Erbrechens. Es dient auch als Synonym dafür, sich etwas von der Seele zu reden, das einen bedrückt oder ärgert. Diese Form des „Auskotzens“ hat für den Betroffenen ebenfalls eine befreiende Wirkung. Ihm geht es danach schon ein wenig wohler.

Doch leider können viele Zweibeiner ihrem Herzen nicht Luft machen, weil sie keinen Partner oder Freund haben, der für sie die Rolle des Putzeimers übernimmt, in den sie vorbehaltlos hineinkübeln können. Es ist niemand da, der hinter ihnen sauber macht, so wie mein Herrchen hinter mir. Oder sie haben zwar jemanden, mit dem sie reden könnten, trauen sich aber nicht, weil sie fürchten, ihm zu viel zuzumuten oder ihn zu verärgern. Oh, die Zweibeiner sind ja so schnell verärgert! Und es fällt ihnen unheimlich schwer, einen begonnenen Streit zu beenden oder eine Beleidigung zu vergessen. Da sollten sie sich uns Hundis als Vorbild nehmen.

Wenn es zwischen mir und Herrchen mal einen Zwist gibt, weil wir über meine Erziehung unterschiedlicher Ansicht sind, habe ich das gleich wieder vergessen und spiele mit ihm, als wäre nie etwas gewesen. Ich lebe im Augenblick. Nicht in der Vergangenheit. „Nachtragend“ bin ich nur, wenn ich meinem Marc die Socken bringe, die er im Zimmer herumliegen lässt 🙂

Ich riech Euch später!

Eure Gina

P.S: Falls Ihr Euch fragt, warum ich so blumige Begriffe wie „Synonym“ und „Zwist“ kenne: Ich habe ein paar Seiten von Herrchens Lexikon gefressen! 😉