Die Welt aus der Sicht eines Golden Retrievers

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BildSonnigen Tag! Wenn mein Herrchen gefragt wird, wie oft er pro Tag mit mir Gassi geht, antwortet er: „Nie!“

Weil ich nicht auf der Gasse, also auf der Straße, spazieren gehe. Obwohl ich in Frankfurt lebe und damit ein Großstadt-Hund bin, laufe ich durch Wälder, über Wiesen und Felder, an Flüssen und Bächen entlang. Herrchen fährt nämlich jeden Tag mit mir ins Grüne 🙂

Da muss er mich nicht zweimal bitten in seine rollende Kiste einzusteigen!

Einer meiner liebsten Wege ist in Königstein, in der Nähe des Gasthauses „Rote Mühle“. Auf den weitläufigen Wiesen kann ich frei ohne Leine toben und im Bach, der am Weg entlang läuft, ein Bad nehmen (siehe Foto).

Am Anfang war mir das Wasser nicht ganz geheuer, aber inzwischen mag ich es. Es ist vor allem an heißen Tagen sehr erfrischend. Auch im Schwanheimer Wald gefällt es mir gut und im Taunus. Zum Beispiel am Glaskopf, am Hünerberg, in Mammolshain oder Glashütten. Da duftet der Waldboden immer so verführerisch! Und das Moos schmeckt ganz anders als daheim im Garten!

Wie Ihr merkt, bevorzuge ich Abwechslung bei meinen Ausflügen. Immer denselben Weg abschnüffeln ist öde. Überhaupt gehe ich völlig anders spazieren als viele Zweibeiner, musste ich feststellen. Unter einer Wanderung verstehen sie, aus ihrer rollenden Kiste zu springen, möglichst schnell zu irgendeinem Punkt im Wald zu rennen, dort kurz stehen zu bleiben, bewundernd „Ah“ und „Oh“ zu rufen, um dann den gleichen Weg, den sie gekommen sind, in noch kürzerer Zeit zurückzulaufen. Bekloppt!

BildIch lasse mir Zeit, wenn ich unterwegs bin. Kaue mal hier einen Stock, nage mal da einer Baumrinde, schnüffele in dieser Ecke und kaue Gras in jener. Ich möchte nicht gehetzt werden, sondern meinen Spaziergang genießen. Zwischendurch sammele ich Dinge vom Weg auf, die Herrchen verloren hat. Taue oder Stofftiere. Er scheint sehr löchrige Taschen zu haben, dass er andauernd Sachen verliert. Wahrscheinlich macht er das aber mit Absicht, damit ich meine Schnuppernase und meine Apportier-Freude trainieren kann. Dadurch wird jeder Weg noch mal ein Stück spannender – und leckerer, weil ich mit einem kleinen Happen belohnt werde, wenn ich die verlorenen Beutestücke gefunden habe. Nur Herrchens Handy, das ihm tatsächlich unterwegs aus der Hosentasche geplumst ist, habe ich nicht wieder gefunden. Es roch einfach nicht gut genug, das alte Ding!

Viele interessante Spaziergänge finden sich übrigens in einem Buch, das eine Kollegin meines Herrchens geschrieben hat. Wie er, so verdient auch sie ihr Geld mit dem Schreiben von Artikeln und Büchern. Petra Pfeifer: „Auf Schnupperkurs – Mit dem Hund im Hochtaunus.“ Zu bestellen unter www.auf-schnupperkurs.de

Wenn Ihr noch Tipps für schöne Wanderungen habt, dann schreibt mir. Ich freue mich auf Eure Vorschläge!

Wir riechen uns!

Eure Gina