Die Welt aus der Sicht eines Golden Retrievers

Schlagwort-Archive: Besuch im Café

BildSonnigen Tag! Und wuffigen Dank! Mein Blog hat nun schon über 1.200 Aufrufe! Stark! Mit soviel Interesse an meinen Abenteuern habe ich gar nicht gerechnet – und Herrchen auch nicht 😉

Weil so ein Erfolg gefeiert werden muss, lud mich Herrchen ins Café „La Maison du Pain“ ein. Für mich klang das stark nach diesem sagenhaften Pansen, von dem mir Tante Kimba vorgeschwärmt hat und den ich bis dato nicht probieren durfte. Voller Vorfreude setzte ich mich brav in Herrchens rollende Kiste (siehe Foto) und wir brausten in einen Vergnügungspark für kauflustige Zweibeiner. „Main-Taunus-Zentrum“ heißt er, glaube ich.

Auf der Fahrt habe ich das Wäscheschild von der Decke abgekaut, auf der ich liege – so begierig war ich auf den Besuch im Pansen-Häuschen. Im Zentrum lief ich schnurstracks durch die Massen der kleinen und großen Zweibeiner, beseelt von dem Gedanken: gleich kommt der Pansen! Außerdem hatte mir die Dackeldame Lucy, deren Blog ich verfolge, geschrieben, wie schön Besuche in Cafés sind. Das galt es zu überprüfen.

„So, wir sind da“, sagte Herrchen, setzte sich an einen Holztisch und gab mir aus seinem Rucksack ein Leckerchen. Nicht schlecht – aber wo blieb der Pansen? Bald darauf kam ein freundlich lächelnder Zweibeiner und sagte, ich sei ein schöner Hund. Nein, dachte ich. Ich bin ein hungriger Hund. Bring mir Pansen! Der lächelnde Zweibeiner fragte Herrchen, was er haben möchte. Herrchen sagte ein komisches Wort: „Brioche“. War das Geheimsprache für Pansen? Ich wartete ungeduldig und lief hin und her, so weit es die Leine zuließ, an der Herrchen mich festhielt. Dann kam der Zweibeiner zurück mit einem Teller und einem braunen, süßlich riechenden Klumpen obendrauf. Ich wusste von Tante Kimba, dass Pansen nicht so aussieht und auch nicht so stinkt. Wie enttäuschend! Nun saßen wir schon im Pansen-Haus und es gab gar keinen?

Herrchen erklärte mir später, dass „La Maison du Pain“ französisch ist und „Haus des Brotes“ heißt. Die haben dort nur teigiges Zeug für Zweibeiner. Blöd! Aus Frust bin ich auf Herrchens Schoß gehüpft und habe versucht, sein „Brioche“ zu fressen. Fand er nicht gut. Hat „Nein“ gesagt. Da legte ich mich auf den Boden und nagte an dem Kaugummi, den jemand dort hingeklebt hatte. Gefiel Herrchen auch nicht. Wieder „Nein.“ Ich verstand ihn nicht. Was sollte ich denn machen? Ganz still wie ein Denkmal dasitzen? Manchmal vergisst er, glaube ich, dass ich nicht so alt und abgeklärt wie meine Tante Kimba bin. Ich bin doch noch ein Baby! Und Babys können schwer stillsitzen, wenn um sie herum spannende Dingen passieren. Zum Beispiel fährt durch das Zentrum ein Zug, in dem lauter kleine Zweibeiner sitzen und winken. Da wollte ich hinlaufen und mitfahren. Herrchen sagte natürlich „Nein“. Erst als ich mich hinlegte und gar nichts machte, außer die Gegend zu betrachten, lobte er mich und gab mir ein Leckerchen. Und was für eins! So ein feines hatte ich noch nie bekommen! Schmeckte toll!

Ich bekomme es nur, wenn wir zusammen ins Café gehen, meinte Herrchen. Einmal die Woche wollen wir das jetzt machen und ich freue mich schon darauf, weil ich weiß: dann gibt`s wieder das Super-Leckerlie! Ich glaube, aus dem gleichen Grund gehen die Zweibeiner in Cafés und Restaurants. Damit sie etwas bekommen, was sie nicht dauernd haben. Wenn sie es ständig kriegen würden, könnten sie sich nicht mehr so daran erfreuen und fänden es vielleicht schnell langweilig. Aber weil es etwas Besonderes ist, haben sie Spaß. „Genießen“ nennt man dieses Prinzip, denke ich. Genießen kann man Vieles: Leckerlies oder die Sonne, die auf den Pelz scheint oder einen Spaziergang auf einem herrlich duftenden Waldweg.

BildBei unseren Ausflügen in die Natur sorgen Herrchen und seine Zweibeiner-Eltern für Abwechslung. Damit die Wege nicht immer gleich, sondern ein „Genuss“ für mich sind. Welche Orte ich schon gesehen habe und wo ich es besonders schön finde, verrate ich demnächst. Genießt die Tage!

Wir riechen uns!

Eure Gina