Die Welt aus der Sicht eines Golden Retrievers

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Sonnigen Tag! Ein Menschlein namens Henrik Ibsen hat einmal gesagt: „Etwas Gescheiteres kann einer doch nicht treiben in dieser schönen Welt, als zu spielen.“ Auch für uns Hundis, besonders für einen so jungen wie mich, ist spielen das Allergrößte. Es macht unendlich viel Freude – und trainiert nebenbei meine Fähigkeiten. Wir Retriever sind Apportierhunde, die erlegtes Wild aufspüren und zum Jäger zurück tragen. Deshalb bestehen meine Lieblingsspiele aus „suchen“ und „bringen“. Oder „search and destroy“, wie Marc hin und wieder dazu sagt, weil ich manches Spielzeug gerne mit meinen Backenzähnen zernage 🙂

Mittlerweile kann ich mir sechs verschiedene Gegenstände merken, die Marc in unserer Höhle verteilt, während ich ihm zuschaue. Dann sammle ich sie in der Reihenfolge auf, in der sie auf den Boden gefallen sind, also Nummer 1, 2, 3 und so weiter. Das strengt meinen kleinen Kopf ganz schön an. Neben diesem „normalen“ Apportieren gibt es eine Variante, die ich bevorzugt am Abend spiele mit dem Marc und der Nanny (einmal hat sogar der Onkel André mitgemacht). Dieses Spiel kann ich zur Nachahmung empfehlen. Es heißt: „Einkaufen.“ Man nehme einen Stoffbeutel, fülle ihn mit Spielzeug, das man anschließend großzügig im Raum verteilt. Nun muss Hundi die Teile auflesen, und sie nach und nach in den geöffneten Beutel fallen lassen. Solange bis alle ausgestreuten Spielsachen „eingekauft“ wurden.

Was mir auch Spaß macht, ist das Dog Dancing. Ich kann mittlerweile „swingen“, das heißt auf Kommando mit den Vorderpfoten auf den Beinen meines Herrchens stehen und hin und her schwingen, durch die Beine Slalom gehen und Rückwärts laufen, wenn ich den Befehl „back“ höre. Um mir das beizubringen, benutzt Marc einen Klicker – das ist so ein Plastikding, das Klick-Klack macht, wenn man drückt. Früher hieß sowas, glaube ich, Knackfrosch. Es signalisiert mir, dass ich etwas richtig gemacht habe und nach jedem Klick bekomme ich ein Stück Banane. Natürlich könnte mich Herrchen mit seiner Stimme bestätigen, doch das klappt manchmal nicht so schnell und genau wie das Klicken. Man muss sich den Klicker wie den Auslöser einer Kamera vorstellen, die exakt die Bewegung im Bild festhält, die man sehen möchte. Beispiel: Marc hebt den Fuß. Solange, bis ich irgendwann gleichzeitig die Pfote hebe. In dem Moment folgt der Klick und die Belohnung. Nach zahlreichen Wiederholungen begreife ich: Jedes Mal, wenn er den Fuß hebt, muss ich meine Pfote heben – dann gibt`s was Leckeres!

Der Klicker ist allerdings kein Wundermittel der Erziehung. Gelegentlich bin ich trotzdem außer Rand und Band und versuche, meine Menschen zu wilden Raufspielen aufzufordern, die ich naturgemäß gerne mag. Anspringen, knuffen, in die Ohren zwicken – das ist unter uns Hundis selbstverständlich. Die Menschen mögen das eher weniger und verbieten es häufig. Blöd 😦

Kann ich etwas dafür, dass sie dünne Haut haben und immer gleich quietschen, wenn ich sie mal kneifen möchte?

Die Tante Borghild wollte ich ebenfalls anknabbern, als wir neulich zum Mittagessen im Maison du Pain waren. Sie hatte eine verführerische Jacke an – zum Reinbeißen lecker! Aber sie hat`s untersagt und ich hab`s gelassen. Zur Belohnung knuddelte sie mich ganz lieb. Tante Borghild versteht sich auf Hundis. Sie hatte nämlich früher einen Retriever-Rabauken wie mich. Außerdem kennt sie sich mit Erziehung aus, weil sie als Lehrerin die kleinen Menschlein unterrichtet. Ich denke, das macht sie auch auf spielerische Weise, weil sie weiß, dass es die beste Methode ist, um etwas zu begreifen. In ihrer Grundschule hat Marc aus seinen Kinderbüchern vorgelesen, was für ihn ebenso eine Art Spiel ist – genau wie das Schreiben.

Für die Werbung seines neuen Buchs, hat er mich übrigens als Model eingesetzt. Ein Kinderspiel für mich, denn ich musste im Grunde nicht viel tun. Aber das könnt ihr euch selbst ansehen, wenn ihr diesem Link folgt zum Trailer von „Wo ist der Tannenbaum?“. Ein ideales Weihnachtsgeschenk, wenn ihr mich fragt. Bis dahin dauert`s zwar noch, aber auf dieses Fest freue ich mich jetzt schon. Ob ich dann mit den Christbaum-Kugeln spielen darf? 😉

Ich riech euch später!

Eure Gina


BildSonnigen Tag! Ich hoffe, Ihr habt oder hattet schöne Pfingsten. Das ist das Fest des Verstehens, wie mir Herrchen verriet. Weil an diesem Tag die Anhänger eines Zweibeiners namens Jesus plötzlich in allen Sprachen der Welt redeten, so dass jeder den Sinn ihrer Worte begreifen konnte.

Ja, es ist wichtig, sich zu verstehen, wenn man miteinander lebt. Das gilt nicht zuletzt für die Partnerschaft mit uns Hundis. Wobei ich den Endruck habe, dass wir die komischen Laute, die die Zweibeiner von sich geben, recht gut und schnell kapieren. Umgekehrt gilt das nicht unbedingt. Unsere Art uns mitzuteilen, nämlich durch Mimik und Gestik, ist für unsere großen und ach so intelligenten Herrchen und Frauchen oft ein Buch mit sieben Siegeln. Liegt vielleicht daran, dass die Körpersprache bei den Zweibeinern verkümmert ist. Sie verlassen sich zu sehr auf das „Bla Bla“, das über ihre Lippen kommt und so oft über ihre wahren Absichten hinweg täuscht. Der Körper aber, lügt nicht. An der Haltung sieht man sofort, ob einer fröhlich ist, traurig oder entspannt.

Im Kontakt mit uns Hundis müssen die Zweibeiner lernen, unsere Körpersprache richtig zu lesen und auch selbst anzuwenden. Sonst kann`s viele Missverständnisse bei unserer Aufzucht und Erziehung geben. Das lustige Apportier-Spiel zum Beispiel, hat mir mein Herrchen dadurch verständlich gemacht, indem er auf dem Teppich hinter einem meiner Stofftiere her krabbelte, es in den Mund nahm und mir bis vor die Pfoten brachte. Danach legte er dasselbe Tier an eine andere Stelle des Teppichs, zeigte mit der Hand darauf und schaute mich erwartungsvoll an. Nach einigen Wiederholungen fiel bei mir der Groschen. Ich imitierte sein Verhalten und brachte ihm das Tierchen vor die Füße. Da hat er sich riesig gefreut!

Seither spielen wir dieses Spiel jeden Tag. Mit dem Unterschied, dass Herrchen mir nicht mehr mit vollem Körpereinsatz zeigen muss, was er von mir möchte. Aber seine Hände benutzt er trotzdem beim Apportier-Spiel. Ich finde, für mein zartes Alter von fünf Monaten kann ich das schon ganz gut. Überzeugt Euch selbst. Hier ist ein kleines Video:

 http://www.youtube.com/watch?v=FCM9m1DAaIk

Und weil`s so schön ist, gibt`s hier noch einen Clip von meiner Lieblingsbeschäftigung: fressen! Das musste mir Herrchen nicht gestenreich erklären. Da haben wir uns auf Anhieb verstanden 🙂

http://www.youtube.com/watch?v=EHqSvAp–VE 

Wir riechen uns!

Eure Gina   


BildSonnigen Tag! Wenn mein Herrchen gefragt wird, wie oft er pro Tag mit mir Gassi geht, antwortet er: „Nie!“

Weil ich nicht auf der Gasse, also auf der Straße, spazieren gehe. Obwohl ich in Frankfurt lebe und damit ein Großstadt-Hund bin, laufe ich durch Wälder, über Wiesen und Felder, an Flüssen und Bächen entlang. Herrchen fährt nämlich jeden Tag mit mir ins Grüne 🙂

Da muss er mich nicht zweimal bitten in seine rollende Kiste einzusteigen!

Einer meiner liebsten Wege ist in Königstein, in der Nähe des Gasthauses „Rote Mühle“. Auf den weitläufigen Wiesen kann ich frei ohne Leine toben und im Bach, der am Weg entlang läuft, ein Bad nehmen (siehe Foto).

Am Anfang war mir das Wasser nicht ganz geheuer, aber inzwischen mag ich es. Es ist vor allem an heißen Tagen sehr erfrischend. Auch im Schwanheimer Wald gefällt es mir gut und im Taunus. Zum Beispiel am Glaskopf, am Hünerberg, in Mammolshain oder Glashütten. Da duftet der Waldboden immer so verführerisch! Und das Moos schmeckt ganz anders als daheim im Garten!

Wie Ihr merkt, bevorzuge ich Abwechslung bei meinen Ausflügen. Immer denselben Weg abschnüffeln ist öde. Überhaupt gehe ich völlig anders spazieren als viele Zweibeiner, musste ich feststellen. Unter einer Wanderung verstehen sie, aus ihrer rollenden Kiste zu springen, möglichst schnell zu irgendeinem Punkt im Wald zu rennen, dort kurz stehen zu bleiben, bewundernd „Ah“ und „Oh“ zu rufen, um dann den gleichen Weg, den sie gekommen sind, in noch kürzerer Zeit zurückzulaufen. Bekloppt!

BildIch lasse mir Zeit, wenn ich unterwegs bin. Kaue mal hier einen Stock, nage mal da einer Baumrinde, schnüffele in dieser Ecke und kaue Gras in jener. Ich möchte nicht gehetzt werden, sondern meinen Spaziergang genießen. Zwischendurch sammele ich Dinge vom Weg auf, die Herrchen verloren hat. Taue oder Stofftiere. Er scheint sehr löchrige Taschen zu haben, dass er andauernd Sachen verliert. Wahrscheinlich macht er das aber mit Absicht, damit ich meine Schnuppernase und meine Apportier-Freude trainieren kann. Dadurch wird jeder Weg noch mal ein Stück spannender – und leckerer, weil ich mit einem kleinen Happen belohnt werde, wenn ich die verlorenen Beutestücke gefunden habe. Nur Herrchens Handy, das ihm tatsächlich unterwegs aus der Hosentasche geplumst ist, habe ich nicht wieder gefunden. Es roch einfach nicht gut genug, das alte Ding!

Viele interessante Spaziergänge finden sich übrigens in einem Buch, das eine Kollegin meines Herrchens geschrieben hat. Wie er, so verdient auch sie ihr Geld mit dem Schreiben von Artikeln und Büchern. Petra Pfeifer: „Auf Schnupperkurs – Mit dem Hund im Hochtaunus.“ Zu bestellen unter www.auf-schnupperkurs.de

Wenn Ihr noch Tipps für schöne Wanderungen habt, dann schreibt mir. Ich freue mich auf Eure Vorschläge!

Wir riechen uns!

Eure Gina


BildSonnigen Tag! Und wuffigen Dank! Mein Blog hat nun schon über 1.200 Aufrufe! Stark! Mit soviel Interesse an meinen Abenteuern habe ich gar nicht gerechnet – und Herrchen auch nicht 😉

Weil so ein Erfolg gefeiert werden muss, lud mich Herrchen ins Café „La Maison du Pain“ ein. Für mich klang das stark nach diesem sagenhaften Pansen, von dem mir Tante Kimba vorgeschwärmt hat und den ich bis dato nicht probieren durfte. Voller Vorfreude setzte ich mich brav in Herrchens rollende Kiste (siehe Foto) und wir brausten in einen Vergnügungspark für kauflustige Zweibeiner. „Main-Taunus-Zentrum“ heißt er, glaube ich.

Auf der Fahrt habe ich das Wäscheschild von der Decke abgekaut, auf der ich liege – so begierig war ich auf den Besuch im Pansen-Häuschen. Im Zentrum lief ich schnurstracks durch die Massen der kleinen und großen Zweibeiner, beseelt von dem Gedanken: gleich kommt der Pansen! Außerdem hatte mir die Dackeldame Lucy, deren Blog ich verfolge, geschrieben, wie schön Besuche in Cafés sind. Das galt es zu überprüfen.

„So, wir sind da“, sagte Herrchen, setzte sich an einen Holztisch und gab mir aus seinem Rucksack ein Leckerchen. Nicht schlecht – aber wo blieb der Pansen? Bald darauf kam ein freundlich lächelnder Zweibeiner und sagte, ich sei ein schöner Hund. Nein, dachte ich. Ich bin ein hungriger Hund. Bring mir Pansen! Der lächelnde Zweibeiner fragte Herrchen, was er haben möchte. Herrchen sagte ein komisches Wort: „Brioche“. War das Geheimsprache für Pansen? Ich wartete ungeduldig und lief hin und her, so weit es die Leine zuließ, an der Herrchen mich festhielt. Dann kam der Zweibeiner zurück mit einem Teller und einem braunen, süßlich riechenden Klumpen obendrauf. Ich wusste von Tante Kimba, dass Pansen nicht so aussieht und auch nicht so stinkt. Wie enttäuschend! Nun saßen wir schon im Pansen-Haus und es gab gar keinen?

Herrchen erklärte mir später, dass „La Maison du Pain“ französisch ist und „Haus des Brotes“ heißt. Die haben dort nur teigiges Zeug für Zweibeiner. Blöd! Aus Frust bin ich auf Herrchens Schoß gehüpft und habe versucht, sein „Brioche“ zu fressen. Fand er nicht gut. Hat „Nein“ gesagt. Da legte ich mich auf den Boden und nagte an dem Kaugummi, den jemand dort hingeklebt hatte. Gefiel Herrchen auch nicht. Wieder „Nein.“ Ich verstand ihn nicht. Was sollte ich denn machen? Ganz still wie ein Denkmal dasitzen? Manchmal vergisst er, glaube ich, dass ich nicht so alt und abgeklärt wie meine Tante Kimba bin. Ich bin doch noch ein Baby! Und Babys können schwer stillsitzen, wenn um sie herum spannende Dingen passieren. Zum Beispiel fährt durch das Zentrum ein Zug, in dem lauter kleine Zweibeiner sitzen und winken. Da wollte ich hinlaufen und mitfahren. Herrchen sagte natürlich „Nein“. Erst als ich mich hinlegte und gar nichts machte, außer die Gegend zu betrachten, lobte er mich und gab mir ein Leckerchen. Und was für eins! So ein feines hatte ich noch nie bekommen! Schmeckte toll!

Ich bekomme es nur, wenn wir zusammen ins Café gehen, meinte Herrchen. Einmal die Woche wollen wir das jetzt machen und ich freue mich schon darauf, weil ich weiß: dann gibt`s wieder das Super-Leckerlie! Ich glaube, aus dem gleichen Grund gehen die Zweibeiner in Cafés und Restaurants. Damit sie etwas bekommen, was sie nicht dauernd haben. Wenn sie es ständig kriegen würden, könnten sie sich nicht mehr so daran erfreuen und fänden es vielleicht schnell langweilig. Aber weil es etwas Besonderes ist, haben sie Spaß. „Genießen“ nennt man dieses Prinzip, denke ich. Genießen kann man Vieles: Leckerlies oder die Sonne, die auf den Pelz scheint oder einen Spaziergang auf einem herrlich duftenden Waldweg.

BildBei unseren Ausflügen in die Natur sorgen Herrchen und seine Zweibeiner-Eltern für Abwechslung. Damit die Wege nicht immer gleich, sondern ein „Genuss“ für mich sind. Welche Orte ich schon gesehen habe und wo ich es besonders schön finde, verrate ich demnächst. Genießt die Tage!

Wir riechen uns!

Eure Gina


BildSonnigen Tag! Heute beginne ich mal mit einem Gedicht:

Herrchens Hände sind total verschrammt, was bestimmt von meinen Zähnen stammt!“ 🙂

Wir Hundis raufen nun mal gerne zum Spaß mit unseren Artgenossen. Besonders die Retriever, zu denen ich gehöre, lieben es, sich mit den Pfoten zu umarmen, in die Lefzen zu beißen, an den Ohren zu ziehen, auf dem Boden herumzuwälzen und dabei wohlige Brumm-Laute auszustoßen. So ähnlich spielt Herrchen mit mir als Belohnung für eine gut abgeschlossene Übung. Oder auch mal zwischendurch, wenn ihm danach ist. Wann wir miteinander toben und wie lange, bestimmt er. Das hat wieder mit dieser Rangordnung im Rudel zu tun, von der ich schon erzählt habe. Die Chefs im Ring entscheiden über die Anzahl der Runden. Okay, von mir aus. Ich gönne Herrchen dieses Privileg. Was er allerdings nicht verhindern kann ist, dass er sich beim Nahkampf mit mir ein paar Kratzer und Schrammen holt 😉

BildDa kenn` ich keine Hunde-Eltern und meine Welpen-Zähnchen sind scharf wie kleine Nadeln. Aber nicht mehr lange. Denn: „Oh weh, mir fallen die Fähne auf!“ 

Entschuldigung, das sollte natürlich heißen: „Mir fallen die Zähne aus.“ Aber wenn ich nicht nur denken, sondern auch sprechen könnte, würde ich mich mit meinen Zahnlücken derzeit ungefähr so anhören. Grund zur Besorgnis besteht jedoch nicht. Ich muss nicht für den Rest meines Lebens zahnlos sein. Ich entwachse lediglich dem Milchzahn-Alter und bekomme mein bleibendes Gebiss. Wobei das mit dem „bleiben“ so eine Sache ist. Genau wie die Zweibeiner müssen wir unsere Zähne pflegen (zum Beispiel, indem wir harte Hundekuchen oder Stöcke kauen), sonst werden sie krank und fallen aus. Und das tut dann genauso weh, wie mein derzeitiger Zahnwechsel in der Kleinkindphase. Herrchen hat einen ausgefallenen Fangzahn aufgehoben (siehe Foto unten).

Ach, es ist schon eine Last mit diesen Hauern. Du kriegst sie unter Schmerzen und verlierst sie wieder unter Schmerzen. Ist das von der Natur nicht merkwürdig eingerichtet?

BildNun, als Hund eines Philosophen schnappe ich ja die eine oder andere Gedankenblase auf und kann daher folgende Theorie anbieten. Der Zahnwechsel ist ein Spiegel für den Kreislauf des Lebens. Werden und vergehen. Geburt und Tod. Sich finden und wieder trennen. Altes geht, damit Neues entstehen kann. Dabei bleiben Schmerzen nicht aus. Wow! Äh … ich meine: Wuff!

War ich jetzt aber tiefsinnig! Das liegt wohl daran, dass ich aus Nortorf stamme, dem tiefsten Punkt Deutschlands! 😉

Philosophen und Schreiberlinge wie mein Herrchen sitzen übrigens gerne in Cafés herum und tun nichts außer in die Gegend zu gucken. Laaangweilig!

Wie Herrchen versucht, mir den Spaß an der Café-Hockerei beizubringen, werde ich demnächst berichten.

Wir riechen uns

Eure Gina

P.S.. Die Webseite von meinem Herrchen heißt www.sonnige-sendung.de. Da steht auch alles über seine philosophischen Bücher, die er für die kleinen und großen Zweibeiner schreibt.      


BildSonnigen Tag! Meine liebste Beschäftigung, neben essen und schlafen, ist spielen. In meiner Spielzeugkiste liegen Stofftiere, kleine und große Taue und Bälle mit und ohne Schnur. Manchmal genügt mir aber auch eine alte Socke oder ein Stück Teppich. Hauptsache, ich kann etwas herumtragen, durchkauen, herum schmeissen und schütteln. Das macht Riesenspaß – und ich übe ganz nebenbei alle Fähigkeiten, die ich später als großer Jagdhund besitzen sollte.

Ja, spielerisch lernt es sich am Besten! Ich frage mich, ob die Zweibeiner das auch wissen? Ich habe mir sagen lassen, dass es in ihren Schulen oft ziemlich streng zugeht. Das kommt wohl daher, weil sie möglichst viele Lektionen in sehr kurzer Zeit verstehen sollen – irgendein „Lehrplan“ schreibt es ihnen vor. Dadurch bekommen schon die kleinen Zweibeiner eine Krankheit, die sie „Stress“ nennen. Wie schade. Ich bin mir sicher, wer „Stress“ hat, lernt nicht gut. Das ist ein schlechtes Gefühl. Genauso wie Angst und Druck. Wenn Herrchen mir etwas Neues beibringen will, bemüht er sich, es locker und leicht zu machen. Eben spielerisch.

Nur bei einem Spiel ist er relativ ernst – oder sagen wir: konsequent. Es heißt „Tabu“. Ich habe es schon einmal erwähnt. Das geht so: Herrchen stellt einen Teller mit Banane direkt vor meine Schnuppernase. Ich liebe Banane! Und logischerweise will ich gleich ein Stückchen abbeißen. Aber Herrchen verbietet es und sagt: „Nein!“

Versuche ich es trotzdem, knurrt er mich an oder schnappt nach mir wie meine Tante Kimba. Dann lasse ich es lieber und schaue die Banane ganz verstohlen an (siehe Foto).

Dieses Tabu-Spiel ist nicht Herrchens Erfindung. Es ist uralt und stammt von unseren großen Brüdern, den Wölfen. Sie leben im Familienverband, so wie ich in Herrchens Familie. Ein Elternpaar führt den Wolfs-Clan an und bringt den Welpen frühzeitig bei, dass das Rudel kein Selbstbedienungsladen ist. Die kleinen Pimpfe müssen warten, bis sie an der Reihe sind und die ranghöheren Tiere ihnen von der Beute abgeben. Anders gesagt: wir vorlauten Racker werden auf unsere Plätze verwiesen. Und die liegen nun mal unter den Anführern – in meinem Fall Herrchen, Nanny, Opa, Tante Kimba, Tante Micha und Onkel Bernd. Auch wenn es mir schwer fällt, das zuzugeben 😉

Das Tabu-Spiel klingt nach einer blöden Machtdemonstration, wie wenn die Zweibeiner untereinander ihre Muskeln spielen lassen. Bei den Wölfen und uns Hundis verläuft es aber nach klaren Regeln, ohne Heimtücke und Bösartigkeit. Ich muss sagen, es gefällt mir sogar. Denn am Ende werde ich mit einem Happen Banane belohnt und darf mit Herrchen toben und raufen. Das bleibt für ihn nicht ohne Folgen 😉

Mehr darüber beim nächsten Mal.

Wir riechen uns!

Eure Gina    


BildSonnigen Tag! Wie alle kleinen Kinder muss auch ich viel schlafen, um groß und stark zu werden. Fünfzehn Stunden horche ich pro Tag an der Matratze. Davon sieben Stunden in der Nacht, zwischen 23 und 6 Uhr.

Am ersten Abend, als ich von Mama, meinen Geschwistern und meiner Züchterin in Nortorf wegkam, fühlte ich mich einsam. Da hat mich Herrchen in sein Bett geholt. Ich fand`s schön auf den weichen Kissen herumzutoben – bloß schlafen wollte ich nicht 😉

Also habe ich weiter Turnübungen gemacht und bin aus dem Bett raus und rein gehüpft. Da Herrchens Bett aber aus Bambus-Holz und recht hoch ist, wollte er nicht, dass ich dauernd springe. Er meinte, das sei nicht gut für meine … wie nannte er es? Ah ja …. „Hüfte.“ Was ist eine Hüfte?

Na, egal. Jedenfalls hat`s ihm irgendwann gelangt und er hat eine Matratze genommen und ist mit mir auf den Fußboden umgezogen (siehe Foto). Dort schlafen wir jetzt, bis ich „vernünftig“ bin und nicht mehr so viel hopse, meint Herrchen („vernünftig“ werde ich nie werden, was auch immer das bedeutet – aber das verrate ich ihm nicht!).

Ich liege meistens an Herrchens Füßen oder direkt auf ihm drauf. Morgens stumpe ich ihm die Schnauze ins Gesicht und lecke sein Fell. Danach steht er auf und macht mir Frühstück. Ich habe ihn gut erzogen! 🙂

Ja, meine Schnauze ist mein Schlüssel zur Welt. Damit kann ich sie „begreifen“. Begreifen meint: beschnuppern, berühren, spüren. Einer Sache ganz nah sein. Ich habe gehört, dass Zweibeiner zueinander sagen: „Ich begreife dich nicht!“

Vermutlich sind sich Zweibeiner, die so etwas sagen, einfach nicht nahe genug.

Beim Begreifen kommt es vor, dass ich mich an einem Ding vergreife, das Herrchen „eklig“ oder „schädlich“ findet. Ich darf es nicht in die Schnauze nehmen, wenn er „Nein“ sagt. Warum? Das ist für mich nun aber echt schwer zu begreifen!

Damit ich`s besser kapiere, hat Herrchen ein neues Spiel eingeführt. Es heißt „Tabu“. Wie es funktioniert zeige ich Euch bald mal.

Wir riechen uns!

Eure Gina      


BildSonnigen Tag! Jetzt bin ich vierzehn Wochen alt und habe deutlich weniger Hundis gesehen als Zweibeiner. Die sind überall! Im Wald beim Spaziergang. Auf der Straße, wenn ich aus Herrchens rollender Kiste sehe. Und in der Ansammlung von Steinen und Glas, die sie Stadt nennen. Herrchen war mit mir in einer Zone – einer Zu-Fuß-Geher-Zone oder so ähnlich. Da waren massenhaft Zweibeiner um mich herum. Ich habe aber keine Angst gehabt, obwohl die sehr groß waren. Sie benahmen sich nämlich sehr nett, lächelten mich an und sagten: „Na, du Kleine?“

Herrchen meint, das ändert sich, wenn ich älter werde. Momentan hätte ich den „Süße-Bonus.“ Später würden sich die Zweibeiner nicht mehr so sehr über meinen Anblick freuen. „Bei den Menschenkindern ist es ebenso“, sagt Herrchen. „Babys finden alle goldig. Aber größere Kinder, die toben und Fußball spielen und sich wild am Leben freuen, werden Quälgeister und Plagen gerufen und manchmal leider auch gehauen.“

Ob das stimmt? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Zweibeiner böse sein können. Auf der anderen Seite hat mir ein Herr, den ich auf dem Feld traf, gesagt: „Du gehst gerne zu Menschen. Du hast noch nichts Schlimmes erlebt.“

Ja, was soll ich denn Schlimmes erlebt haben? Was tun die Zweibeiner schreckliches? Ich glaube, ich will es gar nicht wissen.

Was ich mitbekommen habe, ist ihre Unhöflichkeit untereinander. In de Stadt oder im Wald gehen sie grußlos aneinander vorbei. Wir Hunde pflegen unsere … wie heißt das Wort? … ah ja … „Sozialkontakte“ besser. Wir beschnuppern uns und zeigen ehrlich, was wir vom anderen halten. Könnte sein, dass die Zweibeiner eher zum Tarnen und Täuschen neigen und ihre wahren Absichten verbergen.

Auf dem Foto sehr Ihr übrigens einen meiner Lieblingszweibeiner: meine Nanny! Das ist die Mama von meinem Herrchen. Sie spielt mit mir, gibt mir Kekse und ist immer für mich da, wenn Herrchen mal weg muss und keine Zeit hat. So eine Super-Nanny wünsche ich jedem! 🙂

Auch viele Freunde von Herrchen habe ich kennengelernt. Susanne, Verena, Alex, Steffen und Lisa. Nach diesen aufregenden Besuchen muss ich immer schlafen. Wo ich schlafe, verrate ich Euch nächstes Mal!

Wir riechen uns!

Eure Gina  


BildSonnigen Tag! Fahrt Ihr gerne Auto? Ich fand`s zum Kotzen! Das meine ich wörtlich! Als ich das erste Mal in Herrchens rollender Kiste saß, kam mir mein Mittagessen hoch. Da ich ordentlich bin, hab ich die Brocken gleich wieder aufgefressen 😉

Inzwischen hocke ich jeden Tag in dem Ding und mir wird nicht mehr übel. Aber ich finde das Gefühl immer noch komisch, durch die Landschaft zu brausen und zu schaukeln. Deshalb jammere ich jedes Mal, wenn`s losgeht (Fiep! Heul! Winsel!). Obwohl Herrchen alles getan hat, damit ich mich sicher fühle. Ich sitze hinter ihm auf einer Bank, bin mit einem Gurt befestigt und in der Spalte vor mir – Herrchen sagt „Fußraum“ dazu – steckt ein aufblasbares Kissen, um zu verhindern, dass ich in den Spalt falle, wenn das Auto schnell anhält. Ich denke, meine Abneigung gegen das Fahren kommt daher: es ist unnatürlich, sich in rollenden Kisten zu bewegen. Dafür hat man seine vier Pfoten – oder seine zwei Beine.

Die Menschen benutzen ihre Stelzen offensichtlich nicht gerne, wie mir aufgefallen ist. Sie fahren in den Autos oder auf Gestellen mit runden Scheiben dran (heißen „Fahrräder“, glaub` ich). Oder sie sitzen vor flimmernden Kisten, den „Fernsehern“, und schauen sich das Leben fremder Zweibeiner an – anstatt rauszugehen und selbst Abenteuer zu erleben. Was sie auch mit Vorliebe machen, ist vor Häusern zu stehen und hinein zu sehen. „Schaufenster-Bummel“ sagt Herrchen dazu.

Ich habe viele dieser Schaufenster gesehen, als wir in eine Stadt gefahren sind, die von einer großen Haube überzogen ist, so dass man den Himmel kaum sehen und keine frische Luft atmen kann. Es wimmelte dort von Zweibeinern. Was finden die daran so schön? Ist es nicht aufregender, durch einen Wald zu gehen oder über eine Wiese? Den Duft von Gras, Erde und Blumen zu riechen? Könnte es sein, dass die Zweibeiner keinen Bezug mehr zur Natur haben und aus dem Grund mit uns Hunden leben, um ein Stück Natürlichkeit im Haus zu haben?

Ich denk` mal drüber nach und berichte Euch beim nächsten Mal, wie es einem kleinen Welpen in einer Horde von Zweibeinern beim „Schaufenster-Bummel“ ergangen ist.

Wir riechen uns!

Eure Gina 


BildSonnigen Tag! Oder besser gesagt: Hicks – Hicks. Ich hatte nämlich gerade mal wieder einen Schluckauf. Das ist bei uns Welpen völlig normal. Hat mein Herrchen inzwischen auch begriffen. Am Anfang hat er sich dabei immer „Sorgen“ gemacht.

„Sorgen“ machen scheint mir eine natürliche Eigenschaften der Menschen zu sein. Oft grübeln sie darüber, was alles Schreckliches passieren könnte. Sie malen sich die übelsten Dinge aus und können gar nicht damit aufhören. Sich Sorgen zu machen, ist sowas wie ein Schluckauf im Kopf. Ausgesprochen lästig. Besonders, wenn Herrchen ganz aufgeregt jedes Blatt, das ich im Garten aufsammele, aus meinem Maul fischt. Ich schaue ihn dann gelassen an, wie um ihm zu sagen: Hey, bleib cool, Kumpel. Das bringt mich nicht um. Ein bisschen Dreck reinigt den Magen.

Auf der anderen Seite ist es auch schön, wenn man weiß, dass es jemanden gibt, der sich um dich sorgt. Das bedeutet nämlich, du wirst lieb gehabt. Und das ist ein Gefühl, das überhaupt nicht lästig ist – Hicks, Hicks! 🙂

Wir riechen uns,

Eure Gina