Die Welt aus der Sicht eines Golden Retrievers

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BildSonnigen Tag! Ich hoffe, Ihr habt oder hattet schöne Pfingsten. Das ist das Fest des Verstehens, wie mir Herrchen verriet. Weil an diesem Tag die Anhänger eines Zweibeiners namens Jesus plötzlich in allen Sprachen der Welt redeten, so dass jeder den Sinn ihrer Worte begreifen konnte.

Ja, es ist wichtig, sich zu verstehen, wenn man miteinander lebt. Das gilt nicht zuletzt für die Partnerschaft mit uns Hundis. Wobei ich den Endruck habe, dass wir die komischen Laute, die die Zweibeiner von sich geben, recht gut und schnell kapieren. Umgekehrt gilt das nicht unbedingt. Unsere Art uns mitzuteilen, nämlich durch Mimik und Gestik, ist für unsere großen und ach so intelligenten Herrchen und Frauchen oft ein Buch mit sieben Siegeln. Liegt vielleicht daran, dass die Körpersprache bei den Zweibeinern verkümmert ist. Sie verlassen sich zu sehr auf das „Bla Bla“, das über ihre Lippen kommt und so oft über ihre wahren Absichten hinweg täuscht. Der Körper aber, lügt nicht. An der Haltung sieht man sofort, ob einer fröhlich ist, traurig oder entspannt.

Im Kontakt mit uns Hundis müssen die Zweibeiner lernen, unsere Körpersprache richtig zu lesen und auch selbst anzuwenden. Sonst kann`s viele Missverständnisse bei unserer Aufzucht und Erziehung geben. Das lustige Apportier-Spiel zum Beispiel, hat mir mein Herrchen dadurch verständlich gemacht, indem er auf dem Teppich hinter einem meiner Stofftiere her krabbelte, es in den Mund nahm und mir bis vor die Pfoten brachte. Danach legte er dasselbe Tier an eine andere Stelle des Teppichs, zeigte mit der Hand darauf und schaute mich erwartungsvoll an. Nach einigen Wiederholungen fiel bei mir der Groschen. Ich imitierte sein Verhalten und brachte ihm das Tierchen vor die Füße. Da hat er sich riesig gefreut!

Seither spielen wir dieses Spiel jeden Tag. Mit dem Unterschied, dass Herrchen mir nicht mehr mit vollem Körpereinsatz zeigen muss, was er von mir möchte. Aber seine Hände benutzt er trotzdem beim Apportier-Spiel. Ich finde, für mein zartes Alter von fünf Monaten kann ich das schon ganz gut. Überzeugt Euch selbst. Hier ist ein kleines Video:

 http://www.youtube.com/watch?v=FCM9m1DAaIk

Und weil`s so schön ist, gibt`s hier noch einen Clip von meiner Lieblingsbeschäftigung: fressen! Das musste mir Herrchen nicht gestenreich erklären. Da haben wir uns auf Anhieb verstanden 🙂

http://www.youtube.com/watch?v=EHqSvAp–VE 

Wir riechen uns!

Eure Gina   


BildSonnigen Tag! Wenn mein Herrchen gefragt wird, wie oft er pro Tag mit mir Gassi geht, antwortet er: „Nie!“

Weil ich nicht auf der Gasse, also auf der Straße, spazieren gehe. Obwohl ich in Frankfurt lebe und damit ein Großstadt-Hund bin, laufe ich durch Wälder, über Wiesen und Felder, an Flüssen und Bächen entlang. Herrchen fährt nämlich jeden Tag mit mir ins Grüne 🙂

Da muss er mich nicht zweimal bitten in seine rollende Kiste einzusteigen!

Einer meiner liebsten Wege ist in Königstein, in der Nähe des Gasthauses „Rote Mühle“. Auf den weitläufigen Wiesen kann ich frei ohne Leine toben und im Bach, der am Weg entlang läuft, ein Bad nehmen (siehe Foto).

Am Anfang war mir das Wasser nicht ganz geheuer, aber inzwischen mag ich es. Es ist vor allem an heißen Tagen sehr erfrischend. Auch im Schwanheimer Wald gefällt es mir gut und im Taunus. Zum Beispiel am Glaskopf, am Hünerberg, in Mammolshain oder Glashütten. Da duftet der Waldboden immer so verführerisch! Und das Moos schmeckt ganz anders als daheim im Garten!

Wie Ihr merkt, bevorzuge ich Abwechslung bei meinen Ausflügen. Immer denselben Weg abschnüffeln ist öde. Überhaupt gehe ich völlig anders spazieren als viele Zweibeiner, musste ich feststellen. Unter einer Wanderung verstehen sie, aus ihrer rollenden Kiste zu springen, möglichst schnell zu irgendeinem Punkt im Wald zu rennen, dort kurz stehen zu bleiben, bewundernd „Ah“ und „Oh“ zu rufen, um dann den gleichen Weg, den sie gekommen sind, in noch kürzerer Zeit zurückzulaufen. Bekloppt!

BildIch lasse mir Zeit, wenn ich unterwegs bin. Kaue mal hier einen Stock, nage mal da einer Baumrinde, schnüffele in dieser Ecke und kaue Gras in jener. Ich möchte nicht gehetzt werden, sondern meinen Spaziergang genießen. Zwischendurch sammele ich Dinge vom Weg auf, die Herrchen verloren hat. Taue oder Stofftiere. Er scheint sehr löchrige Taschen zu haben, dass er andauernd Sachen verliert. Wahrscheinlich macht er das aber mit Absicht, damit ich meine Schnuppernase und meine Apportier-Freude trainieren kann. Dadurch wird jeder Weg noch mal ein Stück spannender – und leckerer, weil ich mit einem kleinen Happen belohnt werde, wenn ich die verlorenen Beutestücke gefunden habe. Nur Herrchens Handy, das ihm tatsächlich unterwegs aus der Hosentasche geplumst ist, habe ich nicht wieder gefunden. Es roch einfach nicht gut genug, das alte Ding!

Viele interessante Spaziergänge finden sich übrigens in einem Buch, das eine Kollegin meines Herrchens geschrieben hat. Wie er, so verdient auch sie ihr Geld mit dem Schreiben von Artikeln und Büchern. Petra Pfeifer: „Auf Schnupperkurs – Mit dem Hund im Hochtaunus.“ Zu bestellen unter www.auf-schnupperkurs.de

Wenn Ihr noch Tipps für schöne Wanderungen habt, dann schreibt mir. Ich freue mich auf Eure Vorschläge!

Wir riechen uns!

Eure Gina


BildSonnigen Tag! Und wuffigen Dank! Mein Blog hat nun schon über 1.200 Aufrufe! Stark! Mit soviel Interesse an meinen Abenteuern habe ich gar nicht gerechnet – und Herrchen auch nicht 😉

Weil so ein Erfolg gefeiert werden muss, lud mich Herrchen ins Café „La Maison du Pain“ ein. Für mich klang das stark nach diesem sagenhaften Pansen, von dem mir Tante Kimba vorgeschwärmt hat und den ich bis dato nicht probieren durfte. Voller Vorfreude setzte ich mich brav in Herrchens rollende Kiste (siehe Foto) und wir brausten in einen Vergnügungspark für kauflustige Zweibeiner. „Main-Taunus-Zentrum“ heißt er, glaube ich.

Auf der Fahrt habe ich das Wäscheschild von der Decke abgekaut, auf der ich liege – so begierig war ich auf den Besuch im Pansen-Häuschen. Im Zentrum lief ich schnurstracks durch die Massen der kleinen und großen Zweibeiner, beseelt von dem Gedanken: gleich kommt der Pansen! Außerdem hatte mir die Dackeldame Lucy, deren Blog ich verfolge, geschrieben, wie schön Besuche in Cafés sind. Das galt es zu überprüfen.

„So, wir sind da“, sagte Herrchen, setzte sich an einen Holztisch und gab mir aus seinem Rucksack ein Leckerchen. Nicht schlecht – aber wo blieb der Pansen? Bald darauf kam ein freundlich lächelnder Zweibeiner und sagte, ich sei ein schöner Hund. Nein, dachte ich. Ich bin ein hungriger Hund. Bring mir Pansen! Der lächelnde Zweibeiner fragte Herrchen, was er haben möchte. Herrchen sagte ein komisches Wort: „Brioche“. War das Geheimsprache für Pansen? Ich wartete ungeduldig und lief hin und her, so weit es die Leine zuließ, an der Herrchen mich festhielt. Dann kam der Zweibeiner zurück mit einem Teller und einem braunen, süßlich riechenden Klumpen obendrauf. Ich wusste von Tante Kimba, dass Pansen nicht so aussieht und auch nicht so stinkt. Wie enttäuschend! Nun saßen wir schon im Pansen-Haus und es gab gar keinen?

Herrchen erklärte mir später, dass „La Maison du Pain“ französisch ist und „Haus des Brotes“ heißt. Die haben dort nur teigiges Zeug für Zweibeiner. Blöd! Aus Frust bin ich auf Herrchens Schoß gehüpft und habe versucht, sein „Brioche“ zu fressen. Fand er nicht gut. Hat „Nein“ gesagt. Da legte ich mich auf den Boden und nagte an dem Kaugummi, den jemand dort hingeklebt hatte. Gefiel Herrchen auch nicht. Wieder „Nein.“ Ich verstand ihn nicht. Was sollte ich denn machen? Ganz still wie ein Denkmal dasitzen? Manchmal vergisst er, glaube ich, dass ich nicht so alt und abgeklärt wie meine Tante Kimba bin. Ich bin doch noch ein Baby! Und Babys können schwer stillsitzen, wenn um sie herum spannende Dingen passieren. Zum Beispiel fährt durch das Zentrum ein Zug, in dem lauter kleine Zweibeiner sitzen und winken. Da wollte ich hinlaufen und mitfahren. Herrchen sagte natürlich „Nein“. Erst als ich mich hinlegte und gar nichts machte, außer die Gegend zu betrachten, lobte er mich und gab mir ein Leckerchen. Und was für eins! So ein feines hatte ich noch nie bekommen! Schmeckte toll!

Ich bekomme es nur, wenn wir zusammen ins Café gehen, meinte Herrchen. Einmal die Woche wollen wir das jetzt machen und ich freue mich schon darauf, weil ich weiß: dann gibt`s wieder das Super-Leckerlie! Ich glaube, aus dem gleichen Grund gehen die Zweibeiner in Cafés und Restaurants. Damit sie etwas bekommen, was sie nicht dauernd haben. Wenn sie es ständig kriegen würden, könnten sie sich nicht mehr so daran erfreuen und fänden es vielleicht schnell langweilig. Aber weil es etwas Besonderes ist, haben sie Spaß. „Genießen“ nennt man dieses Prinzip, denke ich. Genießen kann man Vieles: Leckerlies oder die Sonne, die auf den Pelz scheint oder einen Spaziergang auf einem herrlich duftenden Waldweg.

BildBei unseren Ausflügen in die Natur sorgen Herrchen und seine Zweibeiner-Eltern für Abwechslung. Damit die Wege nicht immer gleich, sondern ein „Genuss“ für mich sind. Welche Orte ich schon gesehen habe und wo ich es besonders schön finde, verrate ich demnächst. Genießt die Tage!

Wir riechen uns!

Eure Gina


BildSonnigen Tag! Wie alle kleinen Kinder muss auch ich viel schlafen, um groß und stark zu werden. Fünfzehn Stunden horche ich pro Tag an der Matratze. Davon sieben Stunden in der Nacht, zwischen 23 und 6 Uhr.

Am ersten Abend, als ich von Mama, meinen Geschwistern und meiner Züchterin in Nortorf wegkam, fühlte ich mich einsam. Da hat mich Herrchen in sein Bett geholt. Ich fand`s schön auf den weichen Kissen herumzutoben – bloß schlafen wollte ich nicht 😉

Also habe ich weiter Turnübungen gemacht und bin aus dem Bett raus und rein gehüpft. Da Herrchens Bett aber aus Bambus-Holz und recht hoch ist, wollte er nicht, dass ich dauernd springe. Er meinte, das sei nicht gut für meine … wie nannte er es? Ah ja …. „Hüfte.“ Was ist eine Hüfte?

Na, egal. Jedenfalls hat`s ihm irgendwann gelangt und er hat eine Matratze genommen und ist mit mir auf den Fußboden umgezogen (siehe Foto). Dort schlafen wir jetzt, bis ich „vernünftig“ bin und nicht mehr so viel hopse, meint Herrchen („vernünftig“ werde ich nie werden, was auch immer das bedeutet – aber das verrate ich ihm nicht!).

Ich liege meistens an Herrchens Füßen oder direkt auf ihm drauf. Morgens stumpe ich ihm die Schnauze ins Gesicht und lecke sein Fell. Danach steht er auf und macht mir Frühstück. Ich habe ihn gut erzogen! 🙂

Ja, meine Schnauze ist mein Schlüssel zur Welt. Damit kann ich sie „begreifen“. Begreifen meint: beschnuppern, berühren, spüren. Einer Sache ganz nah sein. Ich habe gehört, dass Zweibeiner zueinander sagen: „Ich begreife dich nicht!“

Vermutlich sind sich Zweibeiner, die so etwas sagen, einfach nicht nahe genug.

Beim Begreifen kommt es vor, dass ich mich an einem Ding vergreife, das Herrchen „eklig“ oder „schädlich“ findet. Ich darf es nicht in die Schnauze nehmen, wenn er „Nein“ sagt. Warum? Das ist für mich nun aber echt schwer zu begreifen!

Damit ich`s besser kapiere, hat Herrchen ein neues Spiel eingeführt. Es heißt „Tabu“. Wie es funktioniert zeige ich Euch bald mal.

Wir riechen uns!

Eure Gina