Die Welt aus der Sicht eines Golden Retrievers

In der Tierklinik

Gina GrasSonnigen Tag!

Erinnert ihr euch an die „Muppet-Show“? Da gab es immer die Sketche mit Doktor Bob in der Tierklinik – „die Geschichte eines Quacksalbers, der vor die Hunde gegangen ist.“ Ich erwähne es, weil ich neulich selbst eine Tierklinik besuchen musste. Zum Glück hat es dort keine Quacksalber gegeben und vor die Hunde bin ich auch nicht gegangen. Was war passiert?

Nun, im Grunde ist die ganze Geschichte ein wenig peinlich. Aber ich erzähle sie trotzdem. An einem sonnigen Sonntag bin ich mit meinem Rudel im Taunus spazieren gegangen und habe „Kuh“ gespielt. Das heißt, ich habe soviel Gras gefressen bis ich kotzen musste. An sich nichts Besonderes. Doch leider ist ein Grashalm in meinem Hals, irgendwo rechts hinter den Mandeln, kleben geblieben. Ich habe gewürgt, gespuckt und gehustet – das Ding wollte einfach nicht raus! Die Geräusche, die ich dabei von mir gegeben habe, sind wahrlich nicht feierlich gewesen. Ich habe mich angehört wie ein Löwe mit akuter Bronchitis! Meinem Rudel standen die Haare zu Berge! So schnell wie möglich hat mich Herrchen in die Tierklinik nach Hofheim gefahren, um mich von dem Fremdkörper in meiner Kehle befreien zu lassen. Noch im Wartezimmer habe ich drei volle Schüsseln Wasser ausgesoffen, danach gekübelt wie ein Reiher – und „platsch“ ist ein harter Grasfaden rausgeflutscht. Endlich! Juhu! Mein Husten war wie weggeblasen. Patientin geheilt, kein Arzt nötig. Also ab ins Auto und nach Hause.

Weil ich später am Abend aber wieder ein bisschen gehüstelt habe, ist Herrchen doch noch mal mit mir in die Klinik gedüst (Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste). Während wir zwei bis drei Stunden auf den gestressten Doktor Bob gewartet haben, der mit fiebrigen Wauzis und Kätzchen alle Hände voll zu tun hatte, lösten sich bei mir alle Symptome wie von Zauberhand in Luft auf. Als eine nette Ärztin dann Zeit für mich hatte, wälzte ich mich gerade quietschvergnügt auf dem Fußboden herum. „Du siehst ganz schön krank aus“, meinte die Tante im weißen Kittel und lächelte. Trotzdem hat sie mich natürlich untersucht, kurz in meinen Hals geleuchtet und mir eine Arznei für meinen gereizten Rachen gegeben. „Schön, dass ich heute Abend auch mal einen gesunden Hund gesehen habe“, sagte Frau Doktor Bob zum Abschied. Mein Herrchen war beruhigt und ich konnte nach all der Aufregung friedlich im Körbchen schlummern.

Übrigens: Im Wartezimmer habe ich etwas Interessantes beobachtet. Da haben sich wildfremde Zweibeiner aus völlig unterschiedlichen „Milieus“ (so nennt man das, glaube ich) angeregt miteinander unterhalten. Warum? Weil sie sich alle Sorgen um ihre pelzigen Freunde gemacht haben und man Ängste besser verkraftet, wenn man mit anderen darüber redet. „No man is an Island – niemand ist eine Insel“, hat ein berühmter Mann namens John Donne einmal geschrieben. In der Tierklinik konnte ich mich davon überzeugen. Menschen und Hunde sind gar nicht so verschieden. Wir brauchen die Gemeinschaft des Rudels, das Miteinander, den Austausch. Keiner von uns ist gerne allein – und schon gar nicht von Natur aus bissig. Dazu werden wir erst gemacht, wenn der soziale Kontakt fehlt. Oder misslingt. Wäre es nicht herrlich, wenn das alle Menschen einsehen würden, ohne dass dafür erst jemand ins Gras beißen muss?

Bis demnächst

eure Gina

Wau-Wau-Wagen

Gina BeifahrerSonnigen Tag!

Der Mai ist gekommen, die Hunde fahren aus🙂

Ja, die rollende Kiste meines Herrchens ist jetzt ein echter Wau-Wau-Wagen. Denn seit ein paar Wochen werde nicht nur ich darin befördert, sondern auch meine Tante Kimba. Zugegeben, am Anfang habe ich ziemlich blöd geguckt, wer da noch mit einsteigt, und bin auf meinem Sitz auch ein bisschen zappelig gewesen. Aber dann haben Tante Kimba und ich uns arrangiert und die ideale Position gefunden. Meist sitzen oder liegen wir eng beieinander und kuscheln – es soll Zweibeiner geben, die ihr Auto auch zu diesem Zweck benutzen, habe ich gehört😉

Inzwischen finde ich es sogar richtig schade, wenn meine Tante mal nicht dabei sein kann, so sehr habe ich mich an meine Beifahrerin gewöhnt. Zu zweit machen Ausflüge ins Grüne ja auch viel mehr Spaß!

Apropos Ausflug: Ein schönes Ziel für alle, die sich einen lieben Wauzi zulegen möchten, ist das Tierheim Penkta Kolja in Litauen. Die Fahrt dorthin ist gar nicht mal so weit – 14 Stunden oder so😉

Es lohnt sich, denn die Wuschels dort sind wirklich süß und suchen dringend ein liebevolles Zuhause. Schaut euch mal meine Kollegen an auf der Facebook-Seite des Heims:

https://www.facebook.com/Penkta-Koja-Hunde-suchen-ein-Zuhause-1552027451758772/timeline

Wie ich auf diese Adresse komme? Maike, eine Autoren-Freundin meines Herrchens, engagiert sich dort vorbildlich – und sie hat in ihrem Blog auch einen lesenswerten Artikel über den kleinen Toffee geschrieben. Mehr dazu hier: http://meanwhileinlithuania.jimdo.com/der-tapfere-toffee/

Zum guten Schluss möchte ich noch zwei besonders liebe Fans von mir grüßen: Steffen und Lisa! Die beiden haben ein Foto von mir eingerahmt und in ihrem Wohnzimmer aufgehängt. Wow! Ehre, wem Ehre gebührt!🙂

Genießt die Sonne und bis bald

eure Gina

Feiern mit Krawatte!

Sonnigen Tag!

Und eine frohe Osterzeit! Wie ihr seht, habe ich den Festbraten schon beim Wickel🙂

Ostern ist ja das Fest der Auferstehung – und so erwacht auch mein Blog wieder zum Leben. Kaum zu glauben, aber wahr: Das ist mein erster Eintrag in diesem Jahr!

Nein, ich bin nicht gedankenlos geworden. Es liegt daran, dass Herrchen so viele andere Dinge aufschreiben muss. Hauptsächlich eine neue Krimi-Serie, die im Frankfurt der 70er Jahre spielt. Darin übernimmt ein Wauzi eine wichtige Rolle. Die Dame heißt zwar nicht Gina, sondern Abba, doch auch ihre Gedanken kann man in den Büchern lesen. Ich mag sie, weil wir uns ähnlich sind. Abba ist ein wenig verfressen, ziemlich schlau und bewacht ihren Chef, den besonnenen Kommissar Joe Platow (einen Link zur Serie findet ihr unter dem Text). Der grauhaarige Gentleman-Polizist raucht Pfeife, mag keine Pistolen und ist immer gut gekleidet mit Anzug und Krawatte. Ich persönlich habe nichts gegen Krawatten, weil ich nämlich selbst welche trage, wenn ich ausgehe. Bei uns Vierbeinern sagt man gewöhnlich „Leine“ dazu.

Leider scheinen die Wauwau-Krawatten aus der Mode zu kommen. Vor zwanzig Jahren, habe ich mir sagen lassen, konnte man viel mehr meiner Artgenossen mit dem Halsschmuck auf der Straße sehen. Ist ja auch sicherer im Verkehr, für uns und unsere Mitmenschen – besonders, wenn man wie ich in der Großstadt lebt. Damals gab es die Leinenpflicht in der City noch nicht. Trotzdem nahmen die Herrchen und Frauchen ihre Fellnasen bereitwillig „an die Kordel“. Vor allem dann, wenn ihnen ein anderer angeleinter Kläffi entgegen kam. Ist sonst unfair. Spielregeln, egal ob schriftlich fixiert oder nicht, sollten für alle gelten.

Doch inzwischen hat sich ein neuer Oben-Ohne-Trend durchgesetzt. Bei unseren Spaziergängen sehen wir immer häufiger Menschen, die ihre Hunde nackig durch die Gegend springen lassen und dadurch ihre Lieblinge und andere in Teufels Küche bringen. Obwohl heutzutage die Krawattenpflicht in den Städten herrscht – oder gerade deswegen? Könnte es sein, dass die Zweibeiner aus Trotz immer genau das Gegenteil von dem tun, was sie machen sollen? Sehen sie Regeln grundsätzlich als Freiheitsberaubung an und widersetzen sich mit Absicht? Ist Rücksichtnahme keine Selbstverständlichkeit, die man eigentlich gar nicht verordnen müsste?

Also, ich würde mich nie derart kindisch aufführen. Wenn Herrchen etwas von mir verlangt, reagiere ich sofort – sofern ich es möchte😉

Bis hoffentlich bald!

Eure Gina

Link zum Krimi „Kommissar Platow“

Feste feiern

Gina X-Mas

Alles Gute für mich! Hoch soll ich leben, dreimal hoch!

Heute, am 18. Dezember, feiere ich meinen Geburtstag. Ich werde schon drei Jahre alt! Wuff, wie die Zeit vergeht …

Einige meiner Wurfgeschwister aus der Redpine Zucht haben bereits an Ausstellungen und Wettbewerben teilgenommen und Auszeichnungen gewonnen. Streber!

Ich bin und bleibe der Klassenclown, der lieber lustige Mützen aufsetzt als sich vor Preisrichtern zu präsentieren. Mir sind Trophäen und Diplome egal. Die Gesellschaft der Zweibeiner legt ohnehin zu viel Wert auf Leistungen. Als ob nur der liebenswert ist, der etwas Herausragendes zustande bringt.

Ich habe von einem Typen gehört, dem ging es ähnlich wie mir. Seine liebsten Beschäftigungen waren essen und spazieren gehen. Na ja, zwischendurch hat er noch ein bisschen geredet. Aber er hat nichts von dem erreicht, was viele Zweibeiner heutzutage als Erstrebenswert ansehen. Er hatte keinen hoch bezahlten Job, keine Aktienpakete, keine Villa und kein teures Auto. Er war nie in einem politischen Amt, trat in keiner Talkshow auf, produzierte keine Filme, Musik oder Bücher. Ja, er hatte noch nicht mal eine eigene Familie, soweit ich weiß. Er war ein einfacher Handwerker. Und trotzdem hat dieser Mann den Menschen Freude geschenkt, so wie ich meinem Rudel. Einfach, weil er da war und gezeigt hat, wie schön alles sein kann, wenn man sich lieb hat. Dadurch hat er mehr erreicht als all die Verrückten von heute, die glauben, man müsse die Welt mit Gewalt verändern.

In ein paar Tagen hat dieser holde Knabe auch Geburtstag und ich freue mich darauf, unterm Tannenbaum mit ihm zu feiern. Er wird 2015 Jahre alt, oder so ähnlich. Ich wünsche mir von ihm für jedes Jahr einen Pansenstengel – und wenn ich die alle verputzt habe, beschere ich meinem Herrchen wieder eine Fahrt zum Onkel Doktor – HO HO HO!🙂

Frohes Fest euch allen!

Eure Gina

Der Frust mit der Brust

Gina Zitzen

Sonnigen Tag! Reden wir mal über ein Frauenthema. Brüste. Oder wie sie bei uns Wauzis heißen: Zitzen. Normalerweise haben wir davon zehn Stück. Männliche Leser dieses Blogs werden sich jetzt wahrscheinlich wünschen, dass es bei den Zweibeinern auch so wäre😉

Aber, meine Herren: Für uns sind die Hupen nicht immer Grund zum Jubeln.

Denn wo viel ist, da kann es auch reichlich Probleme geben.

Neulich war ich läufig, dann ein bisschen scheinschwanger (mit den typischen Symptomen wie Höhlen bauen, im Essen rumstochern etc.) und plötzlich fühlte Herrchen beim Abtrocknen meines Fells, dass meine hinteren Zitzen so dick waren wie Pampelmusen! Na ja, vielleicht nicht ganz so groß. Doch angeschwollen waren sie und taten ganz doll weh, wenn sie mit irgendetwas in Berührung kamen. Weshalb ich auch etwas langsamer spazieren ging als üblich. Die Melonen scheuerten an meinen Schenkel. AUA!

Herrchen guckte im Internet, was mir fehlen könnte. Aber besser als Dr. Google ist allemal Doktor Göbel in Darmstadt-Eberstadt. War natürlich Wochenende, doch der gute Doc hat auch Samstagabend für mich Zeit. Also bin ich von Opa hingefahren worden (ich hab den besten Chauffeur der Welt), wurde untersucht und bekam eine wunderbare Mastitis (Gesäuge-Entzündung) diagnostiziert. Durch ein Antibiotika-Spritzchen, Tabletten und Tropfen gegen die blöde Scheinschwangerschaft bin ich wieder auf dem Weg der Besserung. Die Schwellung ist zurückgegangen und ich springe wieder wie ein Flummi herum.

Tja, als Dame hat man eben so seine Last mit den Möpsen – und dabei meine ich ausnahmsweise nicht meine Hunde-Kollegen🙂

Eure Gina

Paradiesisch

Sonnigen Tag!

Am Geburtstag meiner „Nanny“ durfte ich mit meinem Rudel eine wunderschöne Wanderung am Main rund um das Kloster Münsterschwarzach unternehmen.

Gina Kloster 1Die Sonne stand lachend am Himmel, die Landluft war frei vom Großstadtmief und das saftige Gras auf der Wiese schmeckte nicht nur den Kühen, sondern auch mir ganz hervorragend.

Gina Kloster 2Auf dem Heimweg meinte Herrchen, ich solle für den tollen Tag dankbar sein. Das sei ich viel zu selten. Ich dürfe unsere täglichen Spazierfahrten in den Wald oder die Berge nicht als Selbstverständlichkeiten hinnehmen. Ebenso wenig die Tatsachen, dass mein Futter jeden Tag eine andere Geschmacksrichtung hat, ich einen Sack voller Spielzeuge und ein eigenes Kuschelbett besitze. Nicht allen Hundis auf der Welt ginge es so gut wie mir.

Damit hat Herrchen wohl recht. Meine deutschen Hundefreunde leben zwar auch luxuriös, doch in anderen Ländern ergeht es meinen Artgenossen nicht gerade paradiesisch. Sie leben auf der Straße, müssen hungern und frieren. Niemand streichelt sie, spielt mit ihnen oder bürstet ihr Fell. Wer einmal einen Blick über den Rand des gut gefüllten deutschen Hundenapfs werfen möchte, dem empfehle ich den Blog einer Autoren-Freundin meines Herrchens. Unter http://meanwhileinlithuania.jimdo.com/auf-vier-pfoten/ schreibt Maike Egidi über das Leben der Wauzis in Litauen. Guckt mal rein!

Gina Kloster 3Zu meiner Ehrenrettung möchte ich betonen, dass ich nicht von Natur aus undankbar bin. Ich habe mir diese Untugend von den Menschen abgeschaut. Viele Zweibeiner wissen ja nicht zu schätzen, was ihnen täglich geschenkt wird. Etwa die Möglichkeit, dass Essen auszuwählen (anstelle der Frage, ob überhaupt etwas auf den Tisch kommt), ein schützendes Dach über dem Kopf und einen warmen Platz zum Schlafen. Anstatt sich über diese Segnungen zu freuen, jammern sie lieber über die High-Speed-Internetleitung, die nicht funktioniert, den schlechten Handy-Empfang und den zähfließenden Verkehr auf der A3. Einen dankbaren Gedanken an die Wunder der Technik, an denen sie teilhaben dürfen, verschwenden die Menschen nicht. Als ob es gar nichts wäre, innerhalb von ein paar Stunden das ganze Land zu durchfahren und dabei gleichzeitig mit jemandem zu telefonieren, der sich auf der anderen Seite der Erdkugel befindet!

Ich liege in Herrchens „rollender Kiste“ auf der Rückbank, während ich mir diese Gedanken mache und im Autoradio singt ein Zweibeiner namens Phil Collins „Another Day in Paradise“ – wie wahr!

Eure Gina

Heiße News

GinaWaldHänsel und Gina verirrten sich im Wald … uups! Falsch! Muss natürlich „Gretel“ heißen. Aber Gina klingt auch hübsch, oder?

Ich wünsche Euch einen märchenhaft sonnigen Tag!

Wie ich mitbekommen habe, erzählen sich die Zweibeiner liebend gerne Märchen. Leider erfinden sie hin und wieder auch solche, mit denen sie anderen Schaden zufügen können. Davon werden manche sogar in diesen bunten Blättern gedruckt, die sie Boulevard-Zeitungen nennen – Pfui!

Wir Hundis schwindeln niemals! Wenn wir das Gebiet markieren, in dem wir unterwegs sind, hinterlassen wir nur ehrliche Nachrichten. Ich texte derzeit fleißig, dass ich läufig bin. Bisher hat allerdings noch kein attraktiver Rüde auf meine Annonce geantwortet. Abgesehen von einem kleinen Beagle, der aus seinem Garten ausgebüxt war. Doch mein Herrchen hat ihn verscheucht … grummel, grummel! Wahrscheinlich deshalb, weil er zu faul ist, sich um meinen Nachwuchs zu kümmern. Dabei könnte er den Kleinen so schöne Märchen vorlesen😉

Bis bald und wuffige Grüße

Eure heiße Gina