Die Welt aus der Sicht eines Golden Retrievers

Monatsarchiv: Dezember 2016

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Sonnigen Tag! Darf ich euch mal eine Frage stellen? Und bitte antwortet ganz spontan! Was war euer schönstes Weihnachtsgeschenk?

Wetten, dass die meisten von euch an Handys, Videospiele, Bücher oder Schmuck gedacht haben? Klar, ich habe auch tolle Sachen bekommen, zum Beispiel einen flauschigen Biber zum Spielen und eine Schmusedecke mit „Star Wars“ Motiv.

Doch das tollste aller Geschenke gab es nicht im Laden zu kaufen: Ich durfte gemeinsam mit meinen Lieblingsmenschen unter dem Tannenbaum feiern. Nichts auf der Welt ist kostbarer als die Sternstunden, wenn wir zusammen sind. Kein noch so wertvoller Gegenstand kann uns glücklicher machen als die Geborgenheit unseres Rudels.

Reich beschenkt ist, wer eine gute Familie hat – und Freunde.

Ich habe in diesem Jahr oft Besuch bekommen von lieben Freunden. Es sind die Kameraden meines Herrchens, die auch zu meinen Kumpels und Kumpelinen geworden sind. Etwa Tante Verena, die Onkels André und Jens oder Steffen und Lisa (siehe Foto), die ein großes Herz für Tiere haben und ihre kleine Ratte Odin genauso lieb kraulen wie mich. In einem Sprichwort der Zweibeiner heißt es: „Ein Freund ist ein Mensch, der zu dir hält, selbst wenn die Welt zusammenfällt.“ Gerade in jüngster Zeit, da mein Rudel schwere Stunden durchmachen musste, haben sich die treuen Gefährten bewährt.

Herrchens allerbeste Freundin ist natürlich diese kesse, wilde Blondine mit den braunen Augen und den Schlappohren 😉

Sicher, wir sind nicht immer einer Meinung und streiten auch mal, wenn ich seiner Ansicht nach zu viele Stöckchen im Wald kaue. Aber am Ende des Tages knuddeln wir wieder und wissen, was wir aneinander haben. Einen verlässlichen Wegbegleiter auf der Reise des Lebens … Wow, bin ich heute poetisch! 🙂

Nicht umsonst nennt man uns Hundis „die besten Freunde des Menschen“. Ein hübsches Kompliment. Allerdings finde ich, dass es für alle Tiere gilt. Auch für Katzen, Wellensittiche, Meerschweinchen, Hamster, Kaninchen und so weiter.

Wir verlangen so wenig und geben so viel zurück!

Darum bitte ich euch, beherzigt nur diesen einen Vorsatz für das neue Jahr: Seid nett zu uns, euren Vertrauten mit Fell und Federn.

Ein gesundes Jahr 2017 wünscht euch

Gina

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Sonnigen Tag! Wie immer sende ich meinen Lesern diesen fröhlichen Gruß – auch wenn es um ein Thema geht, bei dem die Zweibeiner meist ernst und traurig werden.

Vor ein paar Wochen rief Steffen bei uns an, ein Freund meines Herrchens. Steffen erzählte, sein Opa sei gestorben. Während des Telefonats, lag ich in meinem Korb und kratzte mich hinter dem Ohr. Gestorben?, dachte ich. Was bedeutet das? Etwas Schlimmes?

Ich fragte Herrchen danach. „Gestorben heißt, dass jemand tot ist“, meinte er.

Die Antwort brachte mich nicht wirklich weiter. Und was bedeutet tot sein?, wollte ich wissen.

Herrchen war schon wieder dabei, eines seiner Bücher zu schreiben und hatte keine Zeit mehr, meine Neugier zu stillen.

Am 6. Dezember ist dann mein Opa gestoben, also Herrchens Vater – und da habe ich ihn wieder gefragt, was ich mir unter dem Tod vorstellen muss. Diesmal nahm er sich die Zeit, um es mir seiner Auffassung entsprechend zu erklären.

Demnach ist Tod etwas ganz Natürliches. Alles, was lebt, muss vergehen. Sonst gebe es auf der Erde eine gigantische Überfüllung. Zwar gehen die Toten nicht so ganz, weil sie eine Spur in unserem Leben hinterlassen – so wie die Rehe im Wald, denen ich gerne hinterher schnüffele. Doch wir können die Verstorbenen nicht mehr sehen und sprechen, da sie in eine andere Welt gegangen sind. Diese Welt hat viele Namen: Himmel, Garten Eden, Ahnland, Walhall oder Reich der Väter. Dort gibt es keinen Schmerz, kein Leid, keinen Kummer. Man ist frei von Stress, Ärger, Hektik, Termindruck. Im Jenseits muss niemand rennen. Krieg, Hunger und Kälte kennt man da ebenfalls nicht. Nur Liebe, Freude und Sonne.

Wau! Wenn ihr mich fragt, klingt das nach ewigen Ferien mit All-Inclusive-Bespaßung!

Ich stelle mir vor wie Opa in der anderen Welt über grüne, sonnendurchflutete Auen spaziert, ohne jemals müde zu werden, und verstehe plötzlich, warum der Tod für die Menschen so traurig ist. Sie sind schlicht und einfach neidisch, weil sie ihr Ticket für das Urlaubsparadies noch nicht einlösen können. Sie müssen sich weiter hier auf Erden mit ihren Alltagssorgen herumplagen – ohne baldige Aussicht auf grenzenlose Freiheit über den Wolken.

So trauern die Zweibeiner nicht wirklich um die Toten, denen es ja nach ihrem Umzug viel besser geht, sondern sie betrauern sich selbst und ihr eigenes Dasein. Tja, da sage noch einer, wir Hunde seien die größten Egoisten…

Im Übrigen habe ich mir sagen lassen, dass demnächst ein Fest gefeiert wird, bei dem es nicht um Geschenke, Gänsebraten und Plätzchen geht. Sondern um einen ganz besonderen Mann, der verkündet hat, dass der Tod keine Macht über uns besitzt. Nein, ich meine nicht den „Highlander“. Der Typ heißt Jesus. Sein Versprechen lautet: Das Leben hört niemals auf – genau wie die Liebe!

Frohe Festtage wünscht

Gina