Die Welt aus der Sicht eines Golden Retrievers

Monatsarchiv: August 2013

BildSonnigen Tag! Ein schöner Effekt meines Blogs ist, dass ich Post bekomme von anderen Hundis. Zum Beispiel hat mir Leo geschrieben. Er wohnt in Hamburg und ist mein Halbbruder, weil wir denselben Papa haben. Der heißt Curry und kommt aus dem Redpine-Revier. Wie ich dem elektronischen Brief von Leo entnehmen konnte, scheint der liebe Curry seine dominantesten Eigenschaften an seine Kinder zu vererben. Wir sind hübsch und klug und machen gerne Späße, ja wir sind richtige Clowns 🙂

Ach ja – und wir sind stur, frech und wild 😉

Als mein Herrchen und sein Papa im Januar bei meiner Züchterin zu Besuch waren, um mich und meine Geschwister anzusehen, sprang Curry zur Begrüßung gleich an ihnen hoch, klaute einen Handschuh und nagte ihn durch. Ich ziehe neuerdings auch Schuhe, Regenschirme und Stofftiere ungefragt aus den Regalen. Das sind eben die Curry-Gene, die jetzt auch bei mir durchschlagen 🙂

Mein Halbbruder wurde mit 16 Monaten ruhiger, hat sein Frauchen verraten. Das hat mein Herrchen hoffnungsfroh gestimmt – demnach hätte er die Hälfte meiner Rüpelzeit hinter sich gebracht, wenn ich mich genauso entwickle.

Ein Hobby von Leo hat mich fasziniert: „Dog Dancing“. Dabei werden allerlei Bewegungen und Kunststückchen kombiniert bis irgendwann eine Choreographie entsteht, die mit passender Musik unterlegt wird. Oder sucht man erst die Musik aus und trainiert dann die Bewegungen dazu? Grübel, Grübel … ach egal. Jedenfalls habe ich Herrchen dazu überredet, dass er mit mir auch „Dog Dancing“ übt. Und was soll ich Euch sagen: es macht uns beiden großen Spaß! Wenn Ihr dem Link folgt seht Ihr ein Video mit meinen ersten Schritten.

Seid bitte nicht zu streng in Eurem Urteil. Ich bin ja noch eine Anfängerin, trainiere erst seit rund `ner Woche, und muss noch sooooo viel lernen. Vielleicht schaffen wir es eines Tages, eine richtige Performance mit Musik hinzulegen.

Herrchen hat jetzt auch so ein neues Klick-Dings, das er zum Üben mit mir benutzt. Wie das funktioniert, verrate ich Euch beim nächsten Mal. Ich muss jetzt in die Heia. Das ist eine Nebenwirkung dieses „Dog Dancings“. Es macht im wahrsten Sinne „hundemüde“.

Ich riech Euch später!

P.S.:  Ob Herrchens Freund Steffen auch mit seiner Frau Lisa getanzt hat? Die feiert(e) am 28. August nämlich Geburtstag. Alles Gute, Lisa! Ein sonniges Wuff Wuff von Deiner Gina!

Advertisements

BildSonnigen Tag! Mein Menschen-Papa hat sich neulich eine Sendung angesehen, in der ein Komiker namens Robin Williams von seinem Sohn erzählte. Der heißt Zack und ist ein lieber Junge. Es sei denn, er bekommt am Wochenende nicht die Schlüssel für die rollende Kiste – also das Auto – seines Vaters. Dann verwandelt sich Zack in einen tobenden, fluchenden Teufel. Ganz normal für einen Teenager in der Pubertät – ich muss das wissen, weil ich auch mittendrin stecke. 🙂

Wenn ich meinen Willen nicht kriege, verhalte ich mich genau wie der Sohn von diesem Robin Williams. Ich mutiere vom süßen Knuddelbär zum rasenden Tier aus der „Muppet Show“ („Trommeln!“). Dann springe ich an meinem Menschen-Papa hoch wie ein Gummiball und zwicke ihn mit meinen Pfoten und meiner Schnauze. Nicht bösartig, aber penetrant. Ich denke mir, wenn ich schon nicht das machen darf, was er mir gerade verboten hat, soll er mir zum Ausgleich verdammt noch mal Aufmerksamkeit schenken! Und wenn ich ihn zwicke, ist mir die Aufmerksamkeit gewiss! 😉

Ignoriert er mich trotzdem, finde ich das doof und lasse die Springerei nach einer Weile von selbst. Bringt ja nix, merke ich.

Vorher höre ich aber meistens Wörter wie „Nein“, „Stop“, „Schluss“, was ich total lustig finde. Mein Menschlein rafft nicht, dass sein Gelaber auch eine Form der Aufmerksamkeit ist (schließlich spricht er mich ja an) und mir als Motivation fürs Gehüpfe unheimlich gut gefällt! 🙂

Manchmal tue ich auch so, als ob ich schwerhörig wäre. Bei Kommandos wie „Sitz“ oder „Platz“ stelle ich mich hin und wieder taub und teste, ob es ernst gemeint ist und ich das jetzt wirklich machen muss. Ja, ich muss! 😦

Da ist der „Papa“ konsequent. Ist auch besser so bei uns goldigen Retriever-Dickschädeln. Sonst tanze wir unseren Herrchen und Frauchen komplett auf der Nase herum. Ein bisschen Rebellion im Flegelalter ist jedoch ganz okay, denke ich. Dafür haben auch meine Menschen Verständnis. Schließlich zeigt sich erst durch den Widerstand, dass ein Wesen Charakter besitzt und keine ferngesteuerte Maschine ist. Unser Wille und unser Temperament machen uns zu dem, was wir sind. Wichtig ist, dass wir unsere Persönlichkeit im Rahmen des Erlaubten entfalten und nicht über die Strenge schlagen und andere verletzen.

Den Charakter zu formen, ohne den Willen zu brechen, ist eine mitunter schwere, doch lohnende Aufgabe – man nennt sie „Erziehung“, glaube ich.

Ich riech Euch später!

Eure Gina

P.S.: Weil wir Teenager gerne „cool“ sind, nennt mein Menschen-Papa mich ab und zu „G“ (sprich „Dschie“) – klingt nach krassem Rapper. „Hey, Alda – G. is in da House!“