gina-gedanken

Sonnigen Tag! Wie immer sende ich meinen Lesern diesen fröhlichen Gruß – auch wenn es um ein Thema geht, bei dem die Zweibeiner meist ernst und traurig werden.

Vor ein paar Wochen rief Steffen bei uns an, ein Freund meines Herrchens. Steffen erzählte, sein Opa sei gestorben. Während des Telefonats, lag ich in meinem Korb und kratzte mich hinter dem Ohr. Gestorben?, dachte ich. Was bedeutet das? Etwas Schlimmes?

Ich fragte Herrchen danach. „Gestorben heißt, dass jemand tot ist“, meinte er.

Die Antwort brachte mich nicht wirklich weiter. Und was bedeutet tot sein?, wollte ich wissen.

Herrchen war schon wieder dabei, eines seiner Bücher zu schreiben und hatte keine Zeit mehr, meine Neugier zu stillen.

Am 6. Dezember ist dann mein Opa gestoben, also Herrchens Vater – und da habe ich ihn wieder gefragt, was ich mir unter dem Tod vorstellen muss. Diesmal nahm er sich die Zeit, um es mir seiner Auffassung entsprechend zu erklären.

Demnach ist Tod etwas ganz Natürliches. Alles, was lebt, muss vergehen. Sonst gebe es auf der Erde eine gigantische Überfüllung. Zwar gehen die Toten nicht so ganz, weil sie eine Spur in unserem Leben hinterlassen – so wie die Rehe im Wald, denen ich gerne hinterher schnüffele. Doch wir können die Verstorbenen nicht mehr sehen und sprechen, da sie in eine andere Welt gegangen sind. Diese Welt hat viele Namen: Himmel, Garten Eden, Ahnland, Walhall oder Reich der Väter. Dort gibt es keinen Schmerz, kein Leid, keinen Kummer. Man ist frei von Stress, Ärger, Hektik, Termindruck. Im Jenseits muss niemand rennen. Krieg, Hunger und Kälte kennt man da ebenfalls nicht. Nur Liebe, Freude und Sonne.

Wau! Wenn ihr mich fragt, klingt das nach ewigen Ferien mit All-Inclusive-Bespaßung!

Ich stelle mir vor wie Opa in der anderen Welt über grüne, sonnendurchflutete Auen spaziert, ohne jemals müde zu werden, und verstehe plötzlich, warum der Tod für die Menschen so traurig ist. Sie sind schlicht und einfach neidisch, weil sie ihr Ticket für das Urlaubsparadies noch nicht einlösen können. Sie müssen sich weiter hier auf Erden mit ihren Alltagssorgen herumplagen – ohne baldige Aussicht auf grenzenlose Freiheit über den Wolken.

So trauern die Zweibeiner nicht wirklich um die Toten, denen es ja nach ihrem Umzug viel besser geht, sondern sie betrauern sich selbst und ihr eigenes Dasein. Tja, da sage noch einer, wir Hunde seien die größten Egoisten…

Im Übrigen habe ich mir sagen lassen, dass demnächst ein Fest gefeiert wird, bei dem es nicht um Geschenke, Gänsebraten und Plätzchen geht. Sondern um einen ganz besonderen Mann, der verkündet hat, dass der Tod keine Macht über uns besitzt. Nein, ich meine nicht den „Highlander“. Der Typ heißt Jesus. Sein Versprechen lautet: Das Leben hört niemals auf – genau wie die Liebe!

Frohe Festtage wünscht

Gina 

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